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Tag 10. – Queen Mary 2: Der Höhepunkt – die Einfahrt nach New York-City

Freitag 1.7.2022

Der Wecker stand heute morgen auf 4:10 Uhr. Und wir waren tatsächlich vorher wach. Nachdem der Kapitän gestern Abend gefühlt vor New York im Kreis geschwommen ist, merken wir jetzt das Manövrieren des Schiffes. Der Lotse kam um 4:00 Uhr an Bord um die Queen Mary 2 in den Hafen von Brooklyn, Red Hook zu lotsen.

Ich hab geduscht, wir haben uns angezogen und jetzt gucken wir mal, wo wir die Einfahrt nach New York gut gucken können.

Mit dem Sonnenaufgang in Richtung Manhattan

Wir sind auf das Deck 13 gegangen, es waren schon einige Gäste hier oben. Vorn am Bug war bereits alles voll. Noch war es dunkel, aber man konnte den silbernen Streifen am Horizont sehen, wo die Sonne aufgehen wollte. Die Verrazzano-Narrow-Bridge war bereits vor uns. Man konnte anhand der Bojen im Wasser den Fahrtweg erahnen. Rechts konnte man bei Brighton Beach und Coney Island die ersten Lichter glitzern sehen.

Wir kamen der Verrazzano Bridge immer näher und es sah bedenklich so aus, als ob wir nicht drunter durch passen. Aber wir wussten ja, das es funktioniert. Auf unserer Seite ganz oben sahen wir den Brücken Boden ganz genau, die Antennen von Schiff drehten sich weiter, das Schiff glitt durch den Hudson, lautlos mit gefühlten 10 cm Abstand zur Brücke unter ihr hindurch. Begleitet vom „oh“ und „ah´s“ der Gäste an Bord .

Wir fuhren weiter an der Staten Island-Küste (links) und Brooklyn (rechts) direkt auf die Schemen von Downtown New York zu. Es wurde immer heller und die Umrisse der Stadt erschienen aus dem Morgendunst immer deutlicher, wie eine Fata Morgana lag plötzlich New York vor uns. Eingetaucht in das gleißende Rot der aufgehenden Sonne. Und wer die Beschreibung jetzt kitschig findet, der war nicht an Bord. Denn da war es so unwirklich kitschig, wie ich es grad beschrieben habe. Man hätte es sich nicht besser wünschen können. Neben mir brach eine ältere Frau in Tränen aus, sicher auch, weil sie sich scheinbar die Reise so gewünscht hat und sie nun endlich am Ziel war.

Man konnte die Freiheitsstatue links vom Schiff sehen, sie sah von dem hohen Schiff recht klein aus. Eine Staten Island-Fähre fuhr langsam vorbei zum Terminal im Battery Park. Ein NYPD-Boot rauschte schneller an uns, Richtung East-River vorbei.
Dann kam der kleine Schlenker vom Schiff, als sie in den East-River einbog, um in Brooklyn, Red Hook an den Pier anzulegen.
Links lag die Freiheitsstatue, Downtown New York mit all den neuen Hochhäusern (so ganz hab ich die neue Skyline immer nicht nicht erfasst), davor Governers Island. Immer deutlicher schob sich das Bild vor das Schiff. Langsam dahingleitend, dabei klangen die Glocken der Bojen wie Kirchenglocken, die die Einfahrt der Queen Mary begleiteten. Die Sonne bestrahlte die Szenerie und es wurde immer heller – es war unglaublich.

Und dann legten wir in New York an. Langsam leerte sich das Sonnendeck, wir trennten uns nur ungern von dem Anblick, aber wir wollten ja noch frühstücken.

Die letzten Stunden auf der Queen Mary 2

Tina duschte noch schnell, dann ging es ein letztes Mal in das Britannia Restaurant. Heute waren die Frühstückszeiten sehr früh. Und da wir nicht wissen, wann wir das nächste Mal so gutes Frühstück bekommen, haben wir nochmal richtig zugeschlagen und alles bestellt, was wir hier so gerne essen: Pancakes, Toast, Eier, Smoothie, Bircher Müsli…

Tina und Kerstin haben sich anschließend nochmal hingelegt, ich ging an das Pooldeck mit Blick auf die Skyline von New York und nutze das mobile Netz. Die Telekom meldet sich tatsächliche sofort beim einschalten des WLans, endlich gibt es Travel & Surf Pakete direkt am Handy zu kaufen. Ich schickte ein paar Fotos ins www. schrieb Tagebuch, damit ich ja nichts vergesse und hab in Deutschland mit der Familie telefoniert.

Noch hatten wir etwas Zeit, bis wir in die Grand Lobby zum ausreisen durften und so sind wir noch etwas rumgelaufen und haben die letzten Fotos gemacht.

Dann holten wir alles an Handgepäck, kontrollierten unsere Kabinen, ob wir nix vergessen haben und gingen auf Deck 3 zum Auschecken. Wir waren Gruppe lila. Und mussten erstmal in der Grand Lobby warten, weil die Immigration so voll war.

Einreise nach New York

Nach 1 Stunde ging es von Bord. Unsere Bord-Karten wurden gescannt und schon standen wir auf der Gangway vom Schiff.
Und dann hatten wir amerikanische Boden unter den Füßen. Ziemlich hässlichen Beton-Boden in einer großen Gepäckhalle. Die Koffer waren nach den Farben der Anhänger geordnet und standen in der Mitte. Man musste sie selber zusammensuchen. Wir hätten auch einen Trolly und Porter nehmen können, das kostet aber.

Wir stellten uns an der Immigration an. Das dauerte ziemlich lang. Irgendwann standen wir vor dem Officer und ließen unsere Reisepässe checken.

Als wir aus dem Gebäude kamen, suchten wir den Taxistand. Hier standen schon viele, viele Leute in einer Schlange an. Es schien sich nichts zu rühren, außer das alle unruhig wurden. Und wir standen in der prallen Sonne. Ich ging nach vorne und fragte eine Dame, die die privaten Town Cars organisierte, was los sei. Sie meinte, da sei jemand zum organisieren für die Taxen da gewesen und jetzt nicht mehr, es würden einfach ein paar kommen – oder eben nicht. Uber wäre eine Alternative…


Ich bin also zurück zu Tina und Kerstin, die in der prallen Sonne unsere Koffer in der langen Schlange bewachten, gegangen und erklärte was ich gehört hab. Tina suchte daraufhin im Handy nach der noch nie benutzten Uber-App.
Zum Glück war die noch da und alle Daten vorhanden, also bestellten wir das erste mal für uns, einen Uber-Fahrer. Es wurde Elvira, die in 3 Minuten kommen sollte… ups?

Wir mussten schnell zum Uber-Sammelplatz, den wir auch nur informell von den Park-Einweisern, die hier alles organisierten, erfahren haben. Ausgeschildert war er nicht.
Ich guckte um die Kurve bei dem Fähranleger und da war Chaos, die Autos kamen nur langsam voran. Also ging ich wieder zurück zu den anderen. Und nach 5-10 Minuten erschien Elvira: „Are you Tina?“ und schmiss unsere 6 Koffer gekonnt in den großen KIA.

Wir fuhren durch den Stadtteil Red Hook (Brooklyn), das vom Wagen aus sehr toll und noch mehr erschlossen als vor ein paar Jahren aussah. Dann fuhren wir durch den Tunnel nach Downtown und hoch am East-River zu unserem Best Western Hospitality Hotel in der 49th.

… und unsere Woche auf der Queen Mary 2 war zuende und unsere Zeit in New York begann

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Tag 9 – Queen Mary 2: Der letzte Tag auf hoher See


Donnerstag 30.6.2022

Heute Morgen bin ich gleich nach dem Aufstehen zur Laundry gegangen und hab die nasse Wäsche in den Trockner gebracht und angeschaltet. Und Daumen gedrückt, das es endlich klappt.
Dann bin raus auf Deck – es war windig, aber schön sonnig. Mittlerweile waren wir das auf Höhe von Boston, also fast in New York.

Wir frühstückten wieder im Britannia Restaurant. Tina bekam ihre Buttermilk-Pancakes, ich mein Spiegelei und Toast und Kerstin bestellte ihre „Smoothie of the Day“.

Wale und Delphine auf dem Meer

Kerstin wollte anschließend zum Line Dance und war auch schon auf dem Weg dahin – sah dann aber weiter draussen auf dem Meer Wale. Und beschloss lieber aus Wasser zu gucken.
Tina und ich hatten unterdessen auf Deck 7 einen Liegestuhl auf der Sonnenseite ergattert und haben die Sonne genossen. Auch wenn es windig war. Und der Wind sehr frisch.

Nach knapp 1 Stunde wurde es uns aber zu kalt und wir gingen zu unserem Lieblings- Platz zwischen den beiden Theatern am Promenaden-Gang.
Ich habe Tagebuch geschrieben. Als plötzlich ein Delphine direkt am Fenster hochsprang – Tina und ich probierten gar nicht erst zu fotografieren, es ging alles sehr schnell.

Ein Augenblick später sprang eine ganze Delphin-Schule etwas weiter im Meer längs. Wir probierten zu fotografieren – mal sehen ob auf den Fotos was zu erkennen ist.

Im Royal Court Theater fand grade eine Diskussion zum Thema Medien statt, aber wir wollten lieber auf das Wasser gucken. Vielleicht entdecken wir war ja noch mehr Meerbewohner.

Wir haben dann noch ein paar Souvenirs geshoppt und uns dann zum Mittagessen mit Kerstin, Georg und Paula getroffen. Alle hatten Wale watching gemacht und berichteten darüber. Tina und ich konnten nur unsere Delphine zum Besten geben.

Das war jetzt tatsächlich unser letztes gemeinsames Mittagessen an Bord, bevor wir morgen früh um 4 Uhr (da kommt der Lotse an Bord) in New York einlaufen.
Aber wir wollen uns auf jeden Fall in New York nochmal treffen.

Nützt nix: Packen für New York und ein letzter Abend auf der Queen Mary 2

Wir sind dann auf unsere Zimmer gegangen und haben gepackt – nützt ja nix. Das dauerte etwas, schließlich mussten wir auch überlegen, was wir noch Morgen früh, wenn wir in New York einlaufen, alles an Schuhen, T-Shirt u.s.w. brauchen, das gleiche Spiel mussten wir bei der Kosmetik machen. Die Koffer musste man bis 21 Uhr vor die Tür stellen, mit dem farblichen Koffer-Tag (unser war lila), auf dem wir alles ausgefüllt haben. Die restlichen Dinge mussten dann morgen ins Handgepäck.

Wir beschlossen danach, uns gleich umzuziehen und einen frühen Aperitif im Commodore Club zu nehmen. Hier war es schön ruhig und wir konnten etwas aufs Wasser gucken. Auch wenn es wieder sehr kalt im Raum war. Auch von hier konnte man plötzlich ein paar Delphine sehen. Wir gingen in die Lobby zum Purser um unsere Abrechnungen ausdrucken zu lassen und dann haben wir sie auch gleich gecheckt. Wir hatten immer noch etwas Zeit, also entschieden wir uns im Chart Room einen weiteren Aperitif zu nehmen. Hier spielte grade ein Streich-Trio. Wir bekamen wunderbare kleine Häppchen und tranken Bloody Mary und Cosmopolitan.

Wir haben mit Dennis und Edith wieder zusammen zu Abend gegessen. Und am Ende unserm Sommelier Jhim, Kellner Arnold und dem Busboy Emiliano unser Trinkgeld im Briefumschlag gegeben. Edith machte es ebenso. Wir haben den Service am Tisch wirklich genossen und werden ihn vermissen.

Kerstin ging nach dem Essen in Royal Court Theater zur Musik-Show von Jenny Williams. Tina und ich gingen auf unser Zimmer um uns umzuziehen. Wir packten die letzten Sachen in den Koffer und stellten sie vor die Tür. Beim Fahrstuhl waren bereits große Trollys und die Koffer stapelten sich.

Wir gingen in den Lions Pub und bekamen tatsächlich einen Platz am Fenster. So konnten wir den unglaublich, kitschig-schönen Sonnenuntergang ansehen. Wir haben übrigens das Gefühl, das die Sonne den ganzen Tag auf der gleichen Schiffsseite ist und der Kapitän im Kreis fährt – den wir sind schon lange vor der Küste New Yorks, dürfen aber nicht nicht in die Hafeneinfahrt reinfahren.

Es dauerte nicht lange und Dennis und Edith kamen dazu. Und die beiden Hostessen bauten Joker Trivia auf und so beschlossen wir, wieder mit zu spielen. Das ist immer sehr kurzweilig…
Wir fanden die Fragen diesmal echt schwer, bekamen aber trotzdem 12 Punkte.
Kerstin war jetzt auch von der Show gekommen und erzählte begeistert, das sie die Sängerin Jenny Williams hinterher noch live getroffen hat und auch ein Foto mit ihr hat.
Dann traten „Dad & the Lad“ wieder auf und spielte flotte Folk-Musik. Heute blieben wir nicht allzu lange – den morgen früh müssen wir ja sehr früh aufstehen um das einlaufen in den Hafen von New York mit zu erleben.

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Tag 8 – Queen Mary 2: Waschtag und die 20er-Jahre-Party

Mittwoch 29.6.2022

Die Nacht war heute etwas lang – nicht nur wegen der Zeitumstellung. Erkältungen sind sch…
Ich bin nach dem Aufstehen einmal am Pooldeck bei uns raus gegangen, über die Decks runter zu Deck 7 und habe mir einen Kaffee im Kings Court geholt. Damit in der Hand bin ich wieder am Aussendeck entlang, die Treppen rauf, zurück auf Deck 12.
Es war sehr neblig, so das man das Gefühl hatte, durch Regen zulaufen. Es war dabei aber nicht sehr windig. Wir sind jetzt fast bei Halifax. Tina war auch schon aufgestanden und fast soweit, Kerstin brauchte noch etwas. So sind Tina und ich in den Poolraum gegangen und haben nochmal, mit der letzten Stunde Internet (gestern hatte Tina ein 24 Stunden-Paket gekauft), mit denn Daheimgebliebenen kommuniziert.

Wir gingen zum Frühstück im Britannia Restaurant, bei den wir auch immer weniger zu essen bestellen. Es gibt einfach über Tag soviel zu essen und dann schmeckt es auch noch so gut. Heute hatte ich mal Bircher Müsli. Das war sehr lecker und frisch.

Ein Seetag zum Relaxen

Nun zog jeder seiner Wege: Kerstin wollte lesen und später zum Line Dance, Tina wollte drinnen im Schiff fotografieren. Ich hab erst die geschriebenen Postkarten beim Purser Office abgegeben und bin dann mit dem Fotoapparat raus auf Deck 13, das endlich mal wieder auf hatte.

Die Sonne kam raus und es wurde wärmer. Der Wind war nur noch an einigen Ecken auf dem Rundgang spürbar, die See erinnerte an die schwarze bewegte Folie der Augsburger Puppenkiste und der Horizont verschwand mit der grauen See zu “Fifty shades of grey “.
Ich fotografierte etwas und lief sonst nur auf Deck 7 ca. 45 Minuten im Kreis. Spazieren gehen auf hoher See.

Es kamen immer mehr Gäste aus den Innenräumen nach draußen um die frische Seeluft zu genießen und sich draussen aufzuhalten.

Als ich wieder auf Deck 12 ankam, trafen sich gerade die Hunde mit ihren Besitzern auf dem Sonnendeck. Hübsch anzusehen mit ihren Queen Mary-Hundejacken. Die Stewards, die sich um die Hunde kümmerten standen an der Reling und beobachteten alle. Ein sehr schönes Bild. Die Hunde durften ja die letzten Tage auch nicht wirklich viel raus, bei dem Wind.

Bei den Hunden traf ich Tina wieder und nachdem wir auch die Hund fotografiert hatten, gingen wir zurück in den Poolraum. Auch hier ist deutlich mehr los, fast alles Liegen waren besetzt. Der kleine Pool ist gut besucht und der Hot Tub auch. Aber hier war es schön warm und die Stühle sind auch ganz bequem.

Lunch in der Carinthia Lounge

Um 12:00 wollen wir uns mit Kerstin treffen und unsere Wäsche waschen. Den wenn wir Freitag in New York ankommen, bleiben wir ja noch 1 Woche. Und im Hotel gab es keine Waschmöglichkeit. Auf dem Schiff gibt es mehrere Waschräume, die die Gäste ohne Bezahlung nutzen können. Es sind auch Trockner vorhanden und Waschmittel hängt an der Wand. Natürlich könnte man auch die Wäsche beim Service abgeben, aber das kostet natürlich.

Wir gingen mit unsere Wäsche auf Deck 11 in die Laundry – alle Waschmaschinen waren besetzt. Deck 8, Deck 6 … überall das gleiche. Nun gut – also gingen wir erstmal zum Essen in die Carinthia Lounge mit Georg und Paula. Wir waren hier nur einmal am Nachmittag und wollten die Lounge nochmal zum Lunch ausprobieren.
Hier gab es zum Mittagessen Kleinigkeiten, die man sich selber aus dem Büffet nehmen nehmen konnte. Heute gab es indisches Flatbread, kleine Mac&Cheese-Töpfchen, Salate, Wraps. Dazu spielte heute eine Harfenistin.
Wir fanden einen Platz auf einem der zahlreichen Sofas und bestellten unsere Getränke. Dann holten wir uns alle etwas zu essen. Und erzählten, was wir die letzten Stunden erlebt und unternommen haben. Es ist echt erstaunlich, was man auf der Queen Mary 2 immer alles unternehmen kann. Langweilig wurde uns allen nie.

Nach dem Mittagessen probierten wir nochmal eine leere Waschmaschine zu finden. Wir gingen praktisch den Weg zurück und checkten alle Laundry-Räume. Auf Deck 11 wurden wir – mit etwas warten, bis eine der Maschinen beendet war – endlich fündig. Wir warfen die Wäsche ein, folgten den Instruktionen und schalteten sie ein. Tina und ich gingen dann aufs Zimmer zum Ausruhen. Kerstin ging raus zum spazieren gehen.

Nach 45 Minuten versuchten wir die Maschine zu öffnen – das klappte nicht, dafür lief sie nochmal. Ich duschte erstmal – schließlich müssen wir uns ja für den 20er Gala-Abend zurecht machen. Kerstin und Tina warfen dann die Wäsche in den Trockner und schalteten ihn an.

Letzter Gala-Abend: The Roaring Twenties

Nachdem wir uns für den letzten Gala-Abend schick gemacht haben, mit reichlich Perlenketten, Federn und Stirnbänder uns in die Zeit der ersten Miniröcke, the Great Gatbsy und des Charlestons versetzten, gingen wir ins Treppenhaus und machten ein paar Fotos von uns. Da störten wir niemanden und das Licht war gut. Toll fanden wir, das unsere Kleider für den Abend noch passten – wenn auch nicht mehr so locker wie am Anfang der Reise.

Dann gingen Kerstin und Tina nochmals zum Wäschetrockner. Und kamen mit der nassen Wäsche wieder, die jemanden aus dem Trockner genommen hatte. Also brachten wir sie erstmals aufs Zimmer.

Und gingen anschließend in den Chart-Room für einen Aperitif. Hier saßen schon einige Damen in glänzenden 20er Jahre Kleidung.
Wir bestellten Prosecco und Wodka-Martini, dazu bekamen wir nicht nur Oliven und Nüsse, sondern auch kleines Fingerfood. Herrlich einen Abend so zu starten.

Wir gingen zu unserem Tisch im Britannia Restaurant. Der Tisch war wieder passend dekoriert, die großen Blumensträuße hatten lange Federn, viele Gäste waren entsprechend gekleidet.
Dennis und Edith waren schon da und hatten sich ebenfalls für den Gala-Abend zurecht gemacht.
Es gab heute auf der Karte viele klassische englische Gerichte: Escargot (Schnecken in Kräuterbutter), Beef Wellington, Baked Alaska und vieles mehr. Kerstin und Edith bestellten die Schnecken, wir anderen nahmen lieber bekanntere Vorspeisen. Als Hauptgericht hatte Kerstin überbackenen Hummer, den Arnold, unser Steward am Tisch sehr geschickt auslöste. Ich hatte Beef Wellington. Dazu hatten wir einen Rotwein aus Argentinien.

Eine Schow, ein Quiz und am Ende ging es in die Disco

Gleich um 8:00 Uhr sollte die erste Aufführung der Royal Shakespeare Company stattfinden: Musik und Tanz aus New York – ein Bummel durch die Zeit der Musik auf dem Broadway. Wir gingen mit Dennis und Edith hin und bekamen wieder an der Seite einen guten Platz. Die Shakespeare Company sang und tanze sehr schwungvoll bekannte Melodien und Songs aus vielen Musical. Ein schöner Abschluss.

Wir gingen anschließend alle gemeinsam in den Lions Pub. Hier fand um 9:00 Uhr ein 20er-Jahre Quiz statt. Die beiden Hostessen hatten sich ebenfalls in passende 20er Jahre Kleider geworfen und stellen routiniert ihre Fragen.
Die waren diesmal nicht ganz einfach, zumal die Themen auch eher auf das englische und amerikanische Publikum abgestimmt waren, aber trotzdem wusste aus unserer Gruppe jeder etwas, so das wir am Ende auf 11 Punkte kamen.

Dann sollte wieder das Vater-und-Sohn-Duo aus Neufundland „Dad & the Lad“ auftreten, also blieben wir sitzen. Dennis und Edith gingen sich umziehen. Das Duo spielte heute auch viele Wünsche aus dem Publikum, so entstand ein spannender Musik-Mix. Und es gab sogar eine Dame, die im Riverdance-Stil an allen Tischen und Stühlen vorbei tanzte.

Dennis und Edith waren nicht mehr lange dabei, wir aber wollten nochmal in den Queens Room gucken. Da sollte ja der große Ball stattfinden. Auf dem Weg dahin trafen wir Georg und Paula, die gerade von dort kamen und noch irgendwo einen Absacker nehmen wollten.

Wir gingen trotzdem in den Queens Room, die große Party war allerdings schon im auflösen begriffen. So zogen wir schnurstracks in die Disco G32, die hinter dem Queens Room liegt, weiter.

Hier fing die Party grade an, eine Live Band spielte ein Mix aus Reggae und Rock, es waren viele Leute auf der Tanzfläche und hatten Spaß. Wir gingen in den ersten Stock auf die Galerie. Von hier konnte man die Band und die Szenerie gut sehen. Und hier waren wir ganz alleine und konnten ohne Maske tanzen.

Wir bestellen noch mal Weingläser für unseren restlichen Wein, den wir aus dem Britannia Restaurant mitgebracht hatten und tanzten nach der sehr guten Livemusik. Aber dann war auch langsam Schluss für uns und wir gingen nach einem schönen Abend geschafft aufs Zimmer.

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Tag 7 – Queen Mary 2: Ein ruhiger Seetag, mit einer Übung

Dienstag 28.6.2022

Wir hatten uns heute Morgen mal wieder eine Zeit gesetzt, so das unser Wecker uns mit Tageslicht und Vogelgezwitscher weckte – allerdings nicht wirklich, den wir waren tatsächlich vorher wach. Was auch an der Zeitumstellung in der Nacht, die uns ja auf dem Weg nach New York 1 Stunde schenkt, liegt.

Wir sind dann zum Frühstücken gegangen. Heute war der Kellner etwas langsam und unaufmerksam. Vielleicht hatte er schon lange Dienst. Aber zum Schluss klappte es mit Kaffee, Toast und Co und wir konnten frühstücken


Shoppen, Sport und eine Übung für die Crew

Anschließend haben wir im Geschäft nochmal Fleece-Jacken anprobiert – wir haben alle was gekauft. Das man auch in den Innenräumen Jacken tagsüber, aber auch Abends braucht, weil die Klimaanlagen so kalt eingestellt sind, hatten wir beim Kofferpacken nicht bedacht. Aber so hatten wir gleich ein schönes und praktisches Andenken an unsere Reise mit der Queen Mary 2. Denn die Jacken haben natürlich ein Monogram!

Es gab dann eine angekündigte Übung für die gesamte Crew. Eigentlich hatten Kerstin und ich uns gerade in die Jacken geplünt, nur um festzustellen das wir wegen der Übung nicht auf Deck 7 spazieren gehen konnten. Den da standen Crew-Mitglieder und übten die Evakuierungen. Ist ja auch wichtig.

Ich bin dann zu Tina in die Lobby gegangen. Sie probierte hier mit dem gekauften 24-Stunden-Internet-Ticket irgendwas an alle Daheimgebliebenen in unsere Reise-Whatsapp-Gruppe zu verschicken. Das klappte aber nur sehr sehr langsam.

Kerstin ging dann zum Line Dance-Kurs, ich probierte nochmal an Deck spazieren zu gehen und gelangte über Deck 12 auf den (eigentlich für Britannia-Gäste nicht zugänglichen) Princess-Deck aus, auf das Pool Deck 8. Ich sah 1-2 Leute um das Schiff rumgehen. Wartete noch etwas und dann war das Promenadendeck endlich freigegeben.

Es war auf See immer noch neblig, wir kamen Neufundland immer näher. Heute Nacht um 12 Uhr sind wir der Titanic am nächsten.
Auf der einen Seite des Schiffes regnet es vor dichtem Nebel, auf der anderen Seite war es fast sonnig und trocken. Aber überall war es windig, so das ich immer lieber auf den Innenseite, nahe der Handreling ging. Ich habe viel fotografiert – Detail-Fotos und Regen-Fotos sehen auch schön aus …

Um 12 Uhr haben wir uns mit Georg und Paula zum Mittagessen im Britannia-Restaurant getroffen.
Da wir uns gestern nicht gesehen hatten, berichteten wir erstmal alle von den Vorträgen, Veranstaltungen und tollen Essen, die jeder erlebt hatte. Sie waren u.a. beim Wein-Tasting mit Menü im Verandah-Restaurant. Das hörte sich auch sehr gut an. Ich hatte heute kleine Chicken-Wings als Vorspeise und etwas Lasagne als Hauptgericht, zum Dessert gab es Maracuja-Sorbet.

So hatten wir uns das gedacht: Lesen und Rotwein

Georg und Paula wollten nach dem Lunch spazieren gehen, Tina und ich wollten irgendwo lesen. Kerstin holte erst ihre professionellen Bilder vom Fotografen ab, entschied sich dann im Promenaden-Gang am Fenster zu lesen.
Tina und ich gingen mit der Rotweinflasche unter dem Arm in den Chart-Room. Wir bekamen einen Platz am Fenster, 2 Gläser für den Wein und lasen unsere Bücher und guckten aufs Wasser…
Das übrigens sehr ruhig ist, aber der Nebel macht das Licht blendend weiß, so das man kaum gucken kann. Und draussen hörte man das Nebelhorn…

Gegen 17:00 Uhr gingen wir aufs Zimmer zum umziehen, den um 18:00 Uhr gab es ja schon wieder Abendessen. Wir trafen Dennis und Edith wieder. Aber irgendwie haben wir alle nicht mehr soviel Hunger. Wenn dann aber die Karte vor einem liegt, will man wiederum doch alles probieren. Es wurde bei mir ein Salat mit Gurke und Rettich und ein Pilzrisotto.

Anschließend gingen wir mit Edith und Dennis zum Purser und holten uns Postkarten. Die gibt es hier umsonst. Die Briefmarke bezahlen man dann, wenn man die Karten dort auch wieder abgibt. Leider kamen unsere geschriebenen Karten, die wir hier wieder abgegeben haben, nie an…

Dann haben wir noch die Zeit bis zur Abendshow überbrückt und im Pub einen Whisky bzw. eine Cola getrunken. Den um 21:00 Uhr gab es eine Show im Queens Room mit Pavle Kamiloski. Im Queensroom war es wieder sehr kalt, es war aber gut besucht und die Show startete pünktlich. Er sang heute in dem großen Saal französische und italienische romantische Songs. Uns gefiel es fast noch besser, als seine erste Show. Auch wenn die Lieder etwas ruhiger waren.
Danach ging es aufs Zimmer, wir sind alle noch immer erkältet und müde. Dort fanden wir bereits die Einladung für den 20er-Jahre Ball, der Morgen stattfinden sollte. Und die Unterlagen und Kofferanhänger für die Ausschiffung am Freitag.

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Tag 6 – Queen Mary 2: Das Highlight heute – die Champagner Tea-Time

Montag 27.6.2022

Ich war heute sehr früh wach, wegen der Erkältung, Tina sehr viel später. Bei meiner StipVisite draussen an Deck, das eigentlich gesperrte war, hatten wir strahlenden Sonnenschein, aber sehr starken Wind. Die Wellen tobten ums Schiff herum, wie im Whirlpool. Erst um 8:30 Uhr gingen wir zum Frühstück (das Frühstück im Britannia Restaurant geht von 8:00 – 9:30 Uhr) . Wir gucken übrigens morgens beim Aufstehen und anziehen immer das Fernsehprogramm der Queen-Mary. Die Leitung der Künstler Amanda Reid führt morgens durch eine Art Frühstücksfernsehen, mit kleinen Interviews mit Leuten die auf dem Schiff arbeiten, Künstlern, die am Abend auftreten, sie erzählt kleine Geschichten oder versendet Geburtstags-Glückwünsche an Passagiere. Das ist immer sehr unterhaltsam und informativ.

Man kann auch auf einem Programm die Webcam vom Bug des Schiffes sehen – und ohne das Zimmer zu verlassen, sehen, wie das Wetter draussen ist.

Heute hab ich mal wieder etwas mehr gefrühstückt, denn heute wollten wir das Mittagessen ausfallen lassen. Für mich gab es French-Toast mit Ahornsirup und Bananen. Das war sehr gut.



Um 15 Uhr geht es ja zur Champagner Teatime. Ein Geburtstagsgeschenk von meinen Schwestern, das sie vor unserer Reise schon organisierte hatten. Eigentlich sollte das Geschenk, bzw. der Gutschein auf unserem Zimmer sein, als wir einschifften. Wir mussten ihn aber etwas „hinterherlaufen“ und beim Purser nachfragen. Die Champagner-Teatime fand nur 1 mal in der Zeit in der Champagner-Bar statt und man musste auch dafür reservieren und extra bezahlen.
Es gab aber jeden Tag im Queens-Room eine Teatime mit Orchester-Musik, die im Preis mit enthalten ist. Wir haben es aber die ganzen 9 Tage nicht einmal geschafft dorthin zu gehen – ich weiß nicht, wie die Leute ernsthaft denken können, es sei bei so einer Überfahrt langweilig!

Tanzen, Vorträge und viel Wind

Das Wetter ist sehr windig, die Deck’s sind alle für den Aussenbereich gesperrt. Ich war trotzdem mal 5 Minuten vor der Tür an Deck – herrlicher Wind und Sonne. Die weiße Gischt schiesst förmlich unter dem Schiff hervor. Es schaukelt aber wenig. Oder wir haben uns dran gewöhnt.

Kerstin ist dann zum Line Dance-Kurs in den Queens Room gegangen, Tina und ich sitzen wieder im Promenaden-Gang zwischen dem Illumination Theater und dem Royal Court Theater. Hier ist es relativ ruhig, ab und zu kommen Leute vorbei. Die Tür vom Theater ist geöffnet, so das man den Vortrag der gerade stattfindet, auch hier hören kann. Dabei kann man aus dem Fenster sehen und die bewegte See beobachten. Die Sonne scheint immer noch. Überall sieht man kleine Schaumkronen hüpfen, die Farbe vom Meer erinnert an dunkel grün-graues Glas, je nachdem wie die Sonne darauf scheint.

Um 12:15 Uhr gibt es einen Vortag über die „Vanderbuilds – the gildet Age“. Den wollten wir sehen. Dann müssen wir uns für die Teatime umziehen. Und vorher gibt es noch ein Stück von der Royal Shakespeare Company im Theater – Freizeitstreß!

Den Vortrag habe ich dann alleine angesehen, Tina wollte lieber lesen. Er war sehr launig gehalten, spannend, es ging um die Familie, ihre Frauen, die alle so berühmt werden wollten, die Häuser die sie in New York und an der Küste gebaut haben, Familiendramen und Geschichten. Vieles der Familie Vanderbuild diente wohl als Vorlag für die TV-Serie „The gildet Age“.
Kerstin und Tina liefen durch das Schiff um Fotos anzusehen. Sie gingen dann um 14:00 Uhr zum Theater für das Stück der Royal Shakespeare Company. Es handelte sich um eine kurzweilige Zusammenfassung von Shakespeare-Stücken, untermalt mit Musik. Ich ruhte mich derweil etwas auf dem Zimmer aus – Erkältungen sind blöd.

Um 15:00 Uhr hatten wir dann unsere Champagner Tea-Time. Die Champagner-Bar wurde für die Gäste als „Private Event“ gesperrt, die Kellner reihten sich vorher alle auf, alles wurde gerichtet. Eine Harfinistin begleitete die Teatime. Wir saßen auf dem Sofa in der Ecke und konnten den Champagner aussuchen. Dann wurden uns die Teesorten gezeigt, auch hier wählten wir aus und der Tee wurde aufgebrüht und mit kleinen Sand-Uhren die Zeit zum ziehen überwacht.


Die Küchlein, Macarons, herzhafte Quiche, gefüllte Mini-Croissants, Schokoladen-Scones, mit Schokolade von Godiva kamen auf Etageren. Und dann ging das schlemmen los…
Wir blieben über 1 Stunde, konnten aber irgendwann nicht mehr essen, auch wenn alles köstlich war und ließen uns die letzten Stücke einpacken.

Ein Spieleabend im Lions Pub

Mittlerweile war die See ruhiger geworden, die Sonne schien und wir durften endlich wieder auf das Promenadendeck. Was Kerstin und ich dann auch ausgiebig machen. Wir zogen uns nach der Teatime um und die Jacken an. Und dann liefen wir unser Kreise auf dem Schiff. Dabei trafen wir Dennis und Edith, der es wieder besser ging. Wir gingen fast eine 45 Minuten ums Schiff herum. 6000 Schritte liefen wir und das tat auch Not, wir hatten einfach zuviel gegessen.

Trotzdem gingen wir um 18:00 Uhr ins Britannia Restaurant zum Essen. Nahmen aber nur Tomatensalat, Consommé und etwas Lachs mit Melone. Das reichte …

Anschießend gingen wir noch zum Purser, um nach Postkarten zu fragen und wir fanden endlich Homer Simpson auf einem der großen Relief-Bilder zwischen Grand Lobby und dem Restaurant. Die Figur von Homer Simpson „versteckt“ sich etwas und ist leicht zu übersehen.

Dann gingen wir in den Lions Pub. Hier fand ein 70er Musik-Trivia Spiel statt. Dennis und Edith kamen grad dazu und so holten wir Stift und Zettel und bildeten rasch eine „Tisch-Gruppe„. 2 Hostessen stellten am Mikrofon die Fragen, die auch auf die 2 Bildschirme im Pub übertragen wurden, ab und zu wurde Musik dazu eingespielt. Immerhin hatten wir am Ende die Hälfte der Fragen richtig beantwortet… wir fanden uns super (wer kennt schon die Hits von Donnie Osmond?)

Dennis und Edith gingen dann ins Kino (ja, ins Kino kann man auch 2 x am Tag gehen!), wir blieben noch etwas sitzen. Es gab übrigens einen schönen Sonnenuntergang, jetzt wird es allerdings nebelig.
Ach ja, um 10:00 Uhr heute Nacht, haben wir die Hälfte der Strecke Southampton- New York geschafft. Und das Nebelhorn klang jetzt öfter in der Nacht, der Nebel wurde wohl dichter.

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Tag 5 – Queen Mary 2: Heute geht es ins Verandah Restaurant


Sonntag 26.6.2022

Es ist erst 7:00 Uhr, aber ich sitze schon im Kings Court am Fenster und gucke auf blauen Himmel und Wolken, die See ist leicht bewegt und die ersten Spaziergänger und Jogger laufen an meinem Fensterplatz vorbei.
Die Nacht über haben wir das schaukeln durchaus gemerkt – aber im Liegen war es ganz okay.
Leider hab ich eine Klimaanlagen-Erkältung mit Husten und ein bisschen Schnupfen. Und damit Tina noch etwas schlafen kann, bin ich hierher gegangen.

Frühstück wollten wir heute ausfallen lassen. Wir sind wieder zum Mittagessen verabredet und gehen heute Abend ins Verandah-Restaurant. Dieses Restaurant gehörte nicht zu unserer gebuchten Kategorie, aber man kann trotzdem dort reservieren und muss dann etwas zuzahlen. Wieviel, haben wir vorher nicht in Erfahrung bringen können. Das Restaurant kocht im französischen Stil und ist für seine Steak-Spezialitäten bekannt. Wir hatten an Bord direkt reserviert und im Britannia-Restaurant bei Arnold, unserem Kellner, Bescheid gesagt, das wir heute nicht kommen werden.

Ich habe dann an den Getränkestationen im Kings Court einen Tee für Kerstin und einen Kaffee für Tina geholt und bin damit zurück aufs Zimmer gegangen. Tina und Kerstin haben sich fertig gemacht und wir sind dann doch noch alle kurz im Kings Court vorbei für etwas mehr Tee und Obst. Wobei ich wieder ein Reisekaugummi frühstückte… Es schaukelt immer noch und ich nehme lieber gleich etwas gegen Reisekrankheit.

Am Vormittag: Relaxen und Tanzen

Wir suchten dann den Gang bzw. Promenade, zwischen dem Illumination Theater und den Royal Court Theater auf Deck 3.
Die hatten wir gestern entdeckt, einen Durchgang mit großen Fenstern, davor jeweils 2 Dreh-Sessel. Hier konnte man wunderbar sitzen und das Meer beobachten, dabei lesen (wenn einem die Leute, die hier durchgehen nicht stören) und hatte seine Ruhe.
Es ist draußen sonnig, Windstärke 7, also immer noch ein schwankendes Schiff. Allerdings sind es nicht mehr so unordentliche Wellen wie gestern Abend. Wir blieben eine Zeitlang sitzen und lasen unsere Bücher oder schrieben Reisetagebuch.

Dann wollte Kerstin den Line Dance-Kurs mitmachen. Das stand heute morgen im Bordprogramm, das wir jeden Abend von unserem Zimmer-Steward auf das Bett gelegt bekommen. Also gingen wir mit ihr in den Queens Room, wo schon viele Leute warteten. Eine Tanz-Trainerin und ein Trainer haben abwechseln die kleinen Schrittfolgen erklärt und dann wurde gleich mit Musik getanzt. Kerstin war begeistert, Tina und ich haben zugeguckt.

Es war schon wieder Mittagessen-Zeit und wir waren ja mit Georg und Paula verabredet. Diesmal bekamen wir einen Tisch direkt am Fenster. Es gab wieder ein paar Kleinigkeiten zum Essen, für mich asiatische Nudeln mit Brokkoli. Ich hatte das Gefühl, ich müsste mehr Gemüse essen…
Tina ging anschließend im Poolraum auf Deck 12 zum Chillen, Kerstin und ich beschlossen etwas spazieren zu gehen. Wir schafften immerhin 3 Runden (ca. 1,5 km) auf dem Promenadendeck 7.

Am Nachmittag: Wissen, Tee und Steaks…

Um 15 Uhr gab es im Illumination Theater eine Planetarium-Vorstellung auf deutsch. Hierfür hatten wir uns auf der Queen Mary 2-Schiffs-App, die wir am Anfang der Reise auf unsere Handy geladen hatten und die nur über das Schiffs-WLan funktionierte, angemeldet.
„World beyond the earth“ hieß der Film und es ging um die Entstehung von Planeten. Wir saßen unter einer Kuppel auf die der Film projizierten wurde. Die Stühle ließen sich zurück lehnen, so das man im Liegen in den „Himmel“ gucken kann. Der Film ging ca. 40 Minuten und war sehr spannend, aber auch wissenschaftlich.

Die Carinthia Lounge hatten wir noch gar nicht ausprobiert. Also gingen wir hier hin für den Nachmittags-Tee, bzw. Bloody Mary und Donuts. Diese Lounge bietet in einem Tresen zu jeder Tageszeit Kleinigkeiten zum essen an, natürlich konnten wir nicht wirklich widerstehen und probierten wenigsten ein paar der süßen Gebäckstücke. In der Lounge finden auch oft Musikveranstaltungen statt. Irgendwie erschien uns die Lounge aber eher indifferent und allgemein. Viele der Gäste saßen hier auf den weißen Sofas und Sesseln, lasen, spielten Gesellschaftsspiele – es wirkte wie das große Wohnzimmer vom Schiff.

Ich bin irgendwann nach oben gegangen um zu duschen und mich umzuziehen, Tina kam später.

Ein Highlight: Steak-Dinner im Veranda-Restaurant

Um 18:00 Uhr gingen wir auf Deck 2 noch zum Fotografen vom Schiff. Kerstin wollte sich heute fotografieren lassen und das ganz professionell.

Dann ging es zu unserer Reservierung in das Grill Restaurant “The Verandah” auf Deck 8, das beim Poolbereich liegt. Es war noch nicht voll, wir bekamen einen Platz am Fenster. Draußen wurde es immer nebliger. Dafür auch ruhiger auf dem Wasser.

Maria aus Sardinien war unsere Kellnerin und versetzt uns mit ihren italienischen Akzent und Sätzen, die immer wieder ins Gespräch einflossen, gleich nach Italien. Wir lieben Italien! Als erstes zeigt sie uns die Steak-Varianten, roh auf einem großen Tablett. Sie erklärte die Stücke und woher sie kamen.

Natürlich bestellen wir alle Steak, deswegen waren wir ja hier. Maria kam wieder mit einer Box mit Steak-Messern. Sie hatten alle verschiedene Klingen und Griffe und jeder durfte sich eines aussuchen.

Den Wein hatten wir ja aus Deutschland mitgebracht (man darf pro Person 1 Flasche Wein mit an Bord bringen, muss dann aber Kork-Geld im Restaurant bezahlen). Den Rotwein aus Portugal hatten Tina und ich passend zu unserem geplanten Steak-Essen beim Hamburger Weinhändler „Rindchen´s Weinkontor“, bei einem netten kleinen Tasting ausgesucht. Der Verkäufer staunte damals nicht schlecht, als wir ihm erzählten, das der Wein auf große Fahrt mit der Queen Mary 2 geht.

Unser Sommelier im Restaurant sah anhand des Etiketts, der Herkunft und Traube ziemlich schnell und gut, wie der Wein schmecken würde. Wir hatten ihn ja schon probiert. Er durfte dann auch probieren und befand ihn für gut (zumindest behauptet er das 😉) .

Kerstin und ich hatten noch Lobster Cocktail zur Vorspeise, dann kamen die Steaks – perfekt auf den Punkt gebraten, sehr würziges Fleisch. Die Beilagen, Kartoffelgratin, Kartoffelpüree, Salat wurden dazugestellt, waren auch gut gewählt.
Zum Dessert teilten wir uns 1 Stück Apple Pie und es kam ein Käse-Wagen, von dem man sich aus der wunderbaren Welt der Käse, ein paar Stücke auf einen Teller legen lassen konnte. Das alleine hat uns in den Food-Himmel gehoben.

Angenehm war auch, das wir nicht sehr stark zum Aufbrechen gedrängt wurden. Es war mittlerweile sehr voll im Restaurant. Und es kostete übriges „nur“ 45,-$/pro Person extra für das Steak-Restaurant. So gut gesättigt und sehr zufrieden mit unserer Wahl gingen wir aus dem Restaurant, nicht ohne uns beim Sommelier und bei Maria und ihr Team sehr für den schönen Abend zu bedanken.

Wir wollten dann in den Lions Pub etwas trinken gehen, aber hier war Spieleabend und es war sehr voll und laut. Also gingen wir ein Stockwerk höher in den Chart-Room. Wir bestellen Wasser und als Digestif einen Whisky. Und mussten schmunzeln als die Flasche Wasser kam – es hieß „Waterkant“ und war Sprudel-Wasser aus Hamburg. Die Heimat lässt grüßen.

Kerstin und Tina wollten noch beim Theater vorbeisehen, da sang heute eine Künstlerin, Jenny Williams, ihre Lieblingslieder. Ich war zu kaputt und erkältet und bin schon nach oben aufs Zimmer gegangen.
Die beiden kamen bald nach und waren von Jenny Williams begeistert – sie hat seit dem Tag neue Fans.

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Tag 4 – Queen Mary 2: Es geht auf die offene See

Samstag 25.6.2022

Heute Nacht merkte man das Schaukeln vom Schiff etwas mehr – aber eigentlich war es ganz angenehm, so leicht nach rechts und links gewiegt zu werden. Wir waren beide früh wach, auch ohne Wecker. Bis 7:00 Uhr hielt ich es aus, dann wollte ich mal testen, ob das Schwimmbad schon aufhatte. Hatte es natürlich nicht … Dafür gab es schon eine Yoga-Gruppe die auf den Boden ihre Übungen machte. Das ist ein Kurs, bei dem man sich aber anmelden und extra bezahlen muss. Also bin ich zurück auf mein Zimmer gegangen.

Wir haben Kerstin im Nachbar-Zimmer angerufen und uns für das Frühstück verabredet.

Beim Frühstück im Britannia Restaurant sahen wir Dennis und Edith, der Herr aus San Diego war auch da und Paula und Georg saßen ebenfalls im großen Restaurant. Wir haben bei allen kurz „Guten Morgen“ gesagt. Und uns mit den Augsburgern gleich zum Mittag verabredet.

Zum Frühstück hatte ich diesmal French Toast mit Bananen, sehr dick, weich und süß. Wie gut das die Reise nur 9 Tage geht. Das Essen ist einfach zu gut.

Stürmische See bei Sonnenschein

Anschließend sind wir zum Pool-Deck auf Deck 12 mit dem Fahrstuhl gefahren und wollten mal rausgucken – es war sonnig, aber sehr stürmisch. Das Sonnendeck auf Deck 13 war gesperrt – „High Wind“ der über die Reling fegte. Aber weil es so sonnig war, holten wir schnell unsere Jacken und gingen wieder raus. Wir arbeiteten uns bis zu den hinteren Pool-Decks vor. Dabei mussten wir uns schon etwas an den Hand-Relings festhalten. Hier auf Deck 8 war es relativ geschützt und sonnig. So blieben wir eine Zeitlang auf einem Liegestuhl sitzen und genoßen den Wind und die Sonne.


Ich bin dann irgendwann zum schwimmen wieder auf das Pool-Deck 12 gegangen und bin ein paar Runden im dem kleinen Mini-Pool geschwommen. Zum Glück war ich grad alleine im Pool und konnte mit 5-6 Zügen immer schön im Kreis schwimmen, bevor ich an der Wand landete. Mir war etwas kühl, also habe ich mich anschließend im Hot Tub aufgewärmt. Und mich mit einem Herrn aus Marokko unterhalten, der mir dringend riet, mal sein Land zu besuchen. Es gibt so viele schöne Reiseziele…
Tina und Kerstin kamen kurz vorbei, um mir zu sagen, das sie shoppen gehen wollten. Ich ging duschen und zog mich um.

Ein Lunch-Date und Besuch der Bibliothek

So gegen 12:00 Uhr sind wir langsam zum Restaurant Britannia gegangen, wo wir Georg und Paula gleich getroffen haben. Wir bekamen einen Tisch direkt unter dem großen Gobelin mit der Queen Mary vor der New York Skyline. Der sieben mal vier Meter große Wandteppich wurde von der niederländischen Künstlerin Barbara Broekman von Hand geknüpft.

Es gab wieder leckere Kleinigkeiten zur Auswahl, als Vorspeise hatte ich gebratene Ananas mit Schinken und als Hauptgang Kabeljau mit geröstetem Gemüse. Angenehm finde ich, das die Portionen nicht zu üppig ausfallen. Wer mehr Hunger hat, kann ja einfach mehr Gerichte bestellen.

Wir 3 sind nach dem Lunch in die Bibliothek gegangen um etwas zu lesen. Wir fanden auch Plätze, obwohl es etwas voller war. Mittlerweile war die See etwas kabbeliger, die Schaumkronen auf dem blauen, sonnigen Meer tanzten und so guckten wir mehr aus dem Fenster, als ins Buch. Und schliefen darüber fast ein … bis Tina sagte, das sie sich doch noch ein Stündchen hinlegt – und wir alle mitkamen.

Im Zimmer auf dem Bett merkten wir, das die See immer unruhiger wurde – unsere 3 mitgebrachten Weinflaschen im Regal rollten flott hin und her. Ich sicherte sie mit Badelatschen.

Auch merkte ich das Schwanken langsam im Magen – aber nützt ja nix – wir machten uns trotzdem für den Black & White Evening, der heute das Motto beim Dinner war, fertig.

Black & White-Gala am Abend

Unseren Aperitif nahmen wir oben im Commodore Club. Der liegt ganz vorn am Bug, mit toller Aussicht auf die Schiffsspitze und die See. Der Kellner bemerkte, das bei schönem Wetter dies der beste Platz ist, bei schlechtem der schlimmste. Den hier am Bug und so hoch (Deck 8) merkt man die Wellen besonders doll.
Weshalb ich erstmal losging und mir ein Reisekaugummi eingeworfen habe…

Im Restaurant war auf den Tischen alles in schwarz und weiß dekoriert, wir bekamen ein Glas Sekt zum Anstoßen, es gab Melonensalat, Ochsenschwanz-Consommé und Tina und ich hatten als Hauptgericht Rehfilet mit Rahmwirsing.

Das Schiff schwankte dabei des öfteren, die Plätze im Restaurant waren auch erstaunlich leer. Auch Edith war etwas seekrank, was sie unserem Kellner Arnold auch sagte. Der daraufhin mit einem schön geschnitten frischem Apfel für Sie ankam – das hilft bei Seekrankheit.
Laut der Durchsage Mittags vom Kapitän Andrew Hall, hatten wir tatsächlich bis zu Windstärken 8. Einen echten Seemann erschüttert das wahrscheinlich nicht, wir fanden es aufregend.

Nach dem Essen sind wir alle mit Dennis und Edith in den Queens Room gewechselt. Hier spielte ab 9 Uhr die Bigband zum Tanz auf. Und es sollte eine Tanzdarbietung von einem Profi-Tanzpaar geben.


Wir fanden in einer Sofa-Ecke mit kleinem Tisch einen Platz, hier zog die Klimaanlage am wenigsten. Die Band fing pünktlich an zu spielen, nach den ersten Stück kam dann auch das Tanzpaar, das über das Parkett schwebte, sie im blauen Kleid. Anschließend kamen auch die anderen Gäste zum tanzen. Leider fanden wir die Musikauswahl und auch die beiden Sänger nicht sehr gelungen, weshalb wir nicht lange blieben und in den Lions Pub wechselten. Edith und Dennis gingen aufs Zimmer.


Im Pub war es sehr gemütlich, warm und draussen wurde es dunkel. Ich bestellte ein Ginger Beer (soll ja bei Übelkeit helfen, aber das Reisekaugummi war schon erfolgreich), Kerstin Wasser und Tina einen Rotwein. Das Vater-Sohn Duo „Dad & the Lad“ aus Neufundland spielte Folk-Musik und draußen konnten wir die Wellen im dunkler werdenden Abendhimmel beobachten.

Die Wellen wurden am Fenster, der Pub liegt auf Deck 2 und damit nah an der Wasserlinie, immer stürmischer und höher. 2 x knallten die Wellen komplett über die ganzen Scheiben – was für bei allen Gästen für kurze Aufschreie und „Huch’s“ sorgte.
Wir sind gespannt, wie die Nacht wird …

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Tag 3 – Queen Mary 2: In Southampton

Freitag 24.6.2022

Um 6:30 Uhr ging unser Vogelgezwitscher an und es wurde hell – toller Wecker! Wir waren über Nacht in Southampton angekommen und lagen im Hafen. Heute gab es die Möglichkeit von Bord zu gehen – ob auf eigene Faust oder mit einer geführten Tour. Kerstin hatte sich im Vorfeld für die Tour nach Windsor Castle entschieden und gebucht. Und die ging früh los. Das Wetter ist heute eher kühl und mausgrau.

Wir wollten noch zusammen im Kings Court frühstücken, deshalb standen wir alle auf und gingen ins Büffet-Restaurant. Das erschien uns so früh am einfachsten. Es war recht voll, auch weil viele Gäste hier ausstiegen. Heute Nachmittag kommen dann die “Neuen“ an Bord, die mit uns nach New York reisen.

Nach dem Frühstück haben wir Kerstin zum Treffpunkt für ihre Reisegruppe in das Court Theater gebracht. Ab jetzt war sie Teil der Reisegruppe „Windsor Castle“, die mit dem Bus zum Schloss der Queen fuhren. Dort gab es auch eine kleine geführte Tour und etwas Zeit um alleine herumzulaufen.

Tina und ich mussten nach dem Frühstück in England „einreisen“ – was so von statten ging: in der Lobby waren Stationen mit einer Passkontrolle, da haben wir uns angestellt, unsere Bordkarten und Pässe gezeigt und wir konnten im Kreis der runden Grand Lobby wieder zurück in den Gang gehen… nicht mal das Schiff haben wir für die „Reise“ nach England verlassen. Wir sind dann wieder auf Deck 7 zu den Liegestühlen gefahren.

Und haben erstmal sämtliche Social Media Kanäle bedient und zuhause angerufen. Den so nah an Land hatten wir noch europäisches Roaming-Netz. Ich hab dann noch einen Tee geholt und wir saßen noch etwas länger und beobachteten den Hafen von Southampton.

Besuch im Swimmingpool und in der Bibliothek

Es wurde aber ganz schön frisch, weshalb wir uns für ein Besuch im Pool entschieden. Hier im geschlossen Pool-Raum auf Deck 12 war es schön warm, ich war schwimmen, Tina im Hot Tub. Da bin ich, nachdem ich meine kleinen Mini-Runden in dem kleinen Pool gedreht habe, auch noch zum aufwärmen hinein gegangen.

Nachdem wir uns im Zimmer wieder ausgehfein gemacht haben, sind wir auf Deck 8 zur Bibliothek gefahren. Das war eines der Dinge, die wir auf jeden Fall an Bord machen wollten. Schließlich ist es die größte schwimmende Bibliothek der Welt. Wir fanden Sessel mit Blick auf das Bug und den Hafen von Southampton. Dabei lasen wir unsere mitgebrachte Reiselektüre. Tina hatte sich etwas von Thomas Mann und seiner Reise auf dem Schiff nach Amerika mitgebracht, ich hatte mir „In 80 Tagen um die Welt“, die erste Übersetzung von Jules Verne, mit den alten Zeichnungen eingepackt. Man kann natürlich auch aus den zahlreichen Regalen sich Bücher, auch in Deutsch, ausleihen. Es war hier relativ ruhig, auch weil einfach viele Gäste nicht mehr oder noch nicht an Bord waren.


Neue Freunde beim Mittagessen

Um 12 Uhr sind wir ins Britannia Restaurant zum Mittagessen gegangen. Wir bekamen einen Tisch neben einem Ehepaar, das wir schnell als „ach, auch aus Deutschland“ erkannten. Wir saßen so nah an dem nächsten Tisch, das wir uns gleich vorstellten. Georg und Paula kamen aus dem bayrischen Raum. Dann wurde neben uns noch ein einzelner älterer Herr gesetzt. Auf Nachfrage stellte sich heraus, das er aus San Diego kam. Er war schon weit und viel gereist und hatte ein paar gute Tipps auf Lager z.B. sich heute Nachmittag unbedingt ein ruhiges Plätzchen zu suchen, wenn alle Engländer einschiffen. Es würde hektisch werden…

Auf der Mittagskarte gab es reichlich Auswahl – ich entschied mich für Cole Slaw Salat und Chicken-Satay-Spieße, dann ein Garnelen Sandwich und zum Dessert Apple-Tarte-Tatin und Tina hatte eine Schoko-Mousse. Dazu gab es anregende Unterhaltungen nach links auf englisch und nach rechts auf Deutsch und in der Mitte auf unserem Tisch einen sehr guten Weißwein aus Neuseeland.

Im Pool-Raum war es so schön warm und leer, sodass wir uns nach dem Essen dorthin zurückgezogen haben, um etwas auszuruhen, von den frühen aufstehen ;-).


Auslaufen aus Southampton, Party on Bord und eine Show

Wir sind so gegen 16:00 Uhr auf unser Zimmer gegangen, auch Kerstin kam gerade von ihrer Tour zurück. Sie war ganz begeistert und erzählt alles im Detail, zeigte uns ihre Mitbringsel.

Heute war der Dresscode „Smart Attire“ – sportlich elegant. Wir zogen trotzdem unsere schönen Kleider an. Wer weiß, ob sie am Ende der Reise noch passen…
Viele Gäste ziehen sich leider aber nicht entsprechend um, man sieht oft Jeans, T-Shirt, Pullover – alles eher „sportlich“ als „elegant“.

Um 17:15 Uhr sollte das Schiff auslaufen. Und es sollte am Pool Deck eine „Party“ geben. Wie viele andere auch, gingen wir dahin. Die Kellner flitzten mit den Cocktail-Tabletts von einem zum anderen. Das Wetter war bedeckt, aber nicht zu kalt. Wir tranken einen Cocktail und warteten auf das Ablegen. Dabei erzählt uns Kerstin noch mehr von ihrem Ausflug nach Windsor Castle.
Und dann fuhr das Schiff so langsam los, das wir es überhaupt nicht mitbekamen „Oh – wir fahren ja schon!?“ Man sah, wie sich der Schiffsrumpf langsam von der Kai-Mauer fortbewegte. Es ist schon erstaunlich, wie vorsichtig so ein großes Schiff steuern und fahren kann.

Nun ging es zum Essen ins Britannia Restaurant. Unsere Tischnachbarn kamen etwas später. Jeder erzählte beim Essen, was er oder sie so am Tag erlebt hat, Geschichten wurden ausgetauscht.
Nebenbei studierten wir die Speisekarte und bestellen. Bei mir wurden es heute kleine Frühlingsrollen, Linguine mit Garnelen, als Dessert eine Pavlova mit Früchten. Die anderen bestellen den Rinderbraten mit englischen Yorkshire-Pudding, ein fettgebackenes „Brötchen“ aus Brandteig.

Unsere ganze Tisch-Gruppe beschloss, heute um 20:00 Uhr ins Theater zu einer SingShow zu gehen. Nach dem Essen gingen wir also schnurstracks ins Royal Court Theater. Die Show hatte schon angefangen und es war sehr voll. Wir fanden an der Seite noch einen guten Platz. Pavle Kamiloski aus Mazedonien sang auf der großen Bühne Songs von Sintra & Co. Die Show ging etwa eine 3/4 Stunde. Er sang sehr gut, die Band spielte toll, seine Entertainment-Skills waren ausbaufähig.


Edith und Dennis entschieden sich anschließend für einen Besuch im Lions Pub, wir gingen wieder in den Chart Room, 1 Stockwerk höher. Mit einem Umweg in die Geschäfte, die um die Grand Lobby im ersten Stock (Deck 3) liegen. Kerstin kaufte auch gleich eine Bluse.

Im Chart Room gab es wieder Live Musik. Heute wollten wir alle unsere Sternzeichen Cocktails probieren. Das ist in dieser Lounge die Spezialität. Die Cocktails von Tina (Krebs) und Kerstin (Stier) kamen in Elefanten-Figuren-Becher. Meiner (Zwilling – A thousand Journeys) in einem hohen Stilglas. Er war mit Prosecco, Birnensaft, Rum und Limettensaft zubereitet und sehr erfrischend. Draußen wurde es dunkel, die See sah auch etwas kabbeliger aus, es gab kleine Schaumkronen auf den Wellen. Man merkt das wir in Richtung offene See fuhren.

Unser “Foto of the Day” haben wir noch bei der Schiffsglocke gemacht. Kerstin ging dann ins Bett, sie war von ihrem Ausflug geschafft. Tina und ich wollten nochmal den Queens Room suchen gehen. Den großen Ballsaal, in dem Abends nach dem Essen getanzt wird. Den hatten wir nämlich noch gar nicht gefunden.

Hinter dem Britannia Restaurant ging es links zum Galerie Gang mit der Kunstausstellung (hier waren wir auch noch nicht) und dann sahen wir im Queens Room ein paar Leute tanzen, viele Gäste saßen an Seite. Ein Raum dahinter bereiteten die Kellner alles in der Disco G32 vor, ab 11:00 Uhr sollte es hier weitergehen.

Wir aber gingen auf unser Zimmer – der Tag war wieder lang. Genauer gesagt – 1 Stunde länger. Den das ist die Uhrzeit, die wir jetzt fast jede Nacht zurück stellen müssen und so 1 Stunde gewinnen, auf unserer Fahrt nach New York.

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Tag 2 – Queen Mary 2: Erster Tag auf See


Donnerstag 23.6. 2023

Wir sind heute Morgen um 7:15 Uhr mit Tageslicht (Wecker) und Vogelgezwitscher geweckt worden. Tatsächlich lassen wir uns auch im Urlaub ab und zu mit Wecker wecken, einfach damit wir am Tag viel unternehmen können. Den Tipp mit dem Tageslichtwecker, hatten wir von einer Engländerin aus einem Vlog (Youtube) über ihre Reise mit der Queen Mary 2. Wir fanden, das es ein guter Tipp war.
Von dem Auslaufen aus Hamburg heute Nacht haben wir nix mitbekommen. Wir machten uns fertig und gingen zum Britannia Restaurant zum Frühstück. Morgens und Mittags hat man keinen festen Platz und wird am Eingang von der Chef-Stewardess an einem Tisch zugeteilt. Dabei wird man von einem der Kellner begleitet.

Wir bekamen einen netten Tisch und die Karte. Die tatsächlich nicht jeden Tag gleich war, wie wir später feststellten. Aber die „Hauptsachen“ zum englischen Frühstück sind immer dabei. Wir bestellten Tee und Kaffee. Und ich bekam auf Nachfrage sogar meine Hafermilch für den Kaffee. Wir frühstückten üppig mit Toast, Marmelade, Spiegelei, Egg Benedict & Buttermilk-Pancakes.

Unser erster Seetag

Danach gingen wir auf das Sonnen-Deck auf Deck 12. Hier waren bereits fleissige Helfer dabei die Liegestühle aufzustellen. Denn es war herrliches Seewetter, leichter Wind, Sonne, dabei auf einem Liegestuhl ins Wasser gucken – so hatten wir uns das gedacht.

Auf dem Sonnendeck um uns herum spielten bereits die ersten Gäste Badminton, Golf und Shuffleboard. Viele Gäste fahren nur von Hamburg bis Southampton – als kleine Mini-Fahrt.

Zuviel Sonne am ersten Tag ist ja auch nicht gut – also gingen Kerstin und ich noch etwas schwimmen im Pool und den Hot Tub ausprobieren. Tina hielt wie immer die Jacken…


Kerstin hat sich dann zum Ausruhen etwas hingelegt. Tina und ich sind ins Kings Court Restaurant gegangen. Alles hier sah wieder wunderbar aus und wir haben eine Mini Portion Sushi und Sashimi gegessen. Und Soft-Eis probiert – ein bischen Erdbeere und Schokolade. Das Eis haben wir auf dem Aussendeck auf einem Liegestuhl gegessen. Dabei konnten wir einen Blick auf die Küste der Niederlande werfen. An der weißen Küste von Dover fahren wir leider spät in der Nacht vorbei… schade, so werden wir nix davon sehen. Um 14:00 Uhr gab es die Möglichkeit mit der deutschen Reiseleitung zu sprechen und wir gingen hin, um ein paar Dinge zu klären. Wirklich helfen konnte sie uns aber nicht.

Und unser erster Gala-Abend…

Damit auch die Gäste, die in Southampton wieder aussteigen, einen Gala-Abend erleben, gab es gleich am ersten Tag eine Gala-Veranstaltung. Das gute ist, am Anfang der Reise passen die Kleider auch noch…Wir haben uns in unseren Zimmern umgezogen und geschminkt und zogen los zum Britannia Restaurant. Heute hatten wir unser erstes Essen im Restaurant. Wir hatten ja im Vorfeld Plätze an einem 6er Tisch reserviert und waren gespannt, wenn wir als Tischnachbarn bekommen.

Aber erstmal haben wir uns, in unseren roten und blauen Kleidern, auf den Weg in den Commodore Club, auf Deck 9 gemacht. Hier gab es, mit Blick durch große Fenster auf das Bug des Schiffes unsere Aperitifs. Es ist sehr edel hier, auch wenn wir so früh die ersten Gäste waren, die sich bereits umgezogen hatten. Aber nach und nach trudelten auch andere Gala-Gäste ein. Das könnte unsere Lieblings-Bar werden – wenn nicht die Gefriertruhenartige Kälte im Raum, durch die Klimaanlage, wäre.


Um 18:00 Uhr, unserer festen Essenzeit während der Fahrt, gingen wir zum Britannia-Restaurant und wurden an unseren Tisch im ersten Stock geführt. Am Tisch saßen bereits 2 Gäste – Dennis, der mit seiner Mutter Edith reiste. Wir stellten uns vor und erklärten erstmal, warum wir gestern nicht da waren. Und das wir wirklich gerne die Ausfahrt aus Hamburg live miterlebt hätten. Der 6. Platz blieb während der ganzen Fahrt leer.


Unser Kellner Arnold stellte sich uns vor, er sollte die ganze Fahrt über für uns am Tisch sorgen – und wir vermissen ihn wirklich sehr. Er war immer ruhig und ließ alles sehr einfach und unkompliziert aussehen. Jhim, unser Sommelier stellte sich ebenfalls vor – er war schon ganz gespannt, wer die 18 Flaschen Wein bestellt hat. Ja, wir hatten uns, nach langem überlegen, für das Weinpaket an Bord entschieden und gleich 18 Flaschen bestellt. Schließlich sind wir zu dritt… Dafür bekam Tina ein kleines „Gutschein-Heft“, aus dem sie für jede Flasche einen Zettel herauslösen und Jhim geben musste. Und sie bekam eine Liste mit den Weinen, die in unserer Kategorien war. Heute nahmen wir einen Rotwein aus Kalifornien. Um es vorweg zu nehmen – es waren großartige Weine dabei. Wir waren begeistert.

Wir haben uns sehr nett mit Dennis und Edith unterhalten, auch sie machten die Fahrt das erste Mal und auch in New York waren sie vorher noch nicht. Da wir schon öfter in „The big Apple“ waren, hatten wir gleich reichlich Gesprächsstoff und erzählten von unseren Erlebnissen.

Anschließend gingen wir, mit der übrigen 2. Flasche Rotwein unter den Arm, gleich nach nebenan in den Chart Room. Das ist, als Weintrinker sehr praktisch, denn man kann seinen Wein überall mit hinnehmen und bekommt in der jeweiligen Lounge oder Bar nur die Gläser dazu – das ist absolut üblich und wir waren nicht die einzigen, die das so machten.

Am Abend haben wir einfach relaxt

Der Chart Room ist eine etwas elegantere, dabei helle und freundliche Bar, in der grade ein Streichquartett spielte. Wir bekamen 3 Gläser für unseren Wein und jede Menge Knabbereien. Später spielte ein Jazz Trio Smooth Jazz. Von „Moon River“ bis „Sentimentale Journey“ war alles dabei. Dabei auf die sonnenbeschienene ruhige See gucken – unbezahlbar!

Als wir zu unseren Zimmer hochfuhren, steckten wir nochmal die Nase aufs Aussendeck – es war ganz schön windig, aber ein wunderbarer zartrosa Abendhimmel zu sehen. Wir machten ein paar stürmische Fotos von uns im Abendkleid – und der Wind fühlte sich an, wie kalt duschen.

Im Zimmer lag bereits das Betthupferl auf dem Kissen, die Betten waren aufgeschlagen und das Program auf Deutsch und Englisch lag auf unserem Bett. So konnten wir schon mal studieren, was morgen in Southampton alles los ist.

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Tag 1 – Queen Mary 2: Und jetzt geht unsere Reise los…

Mittwoch 22.6.2022

„In 20 Jahren wirst du mehr enttäuscht sein über Dinge,
die du nicht getan hast als über Dinge, die du getan hast.
Also löse die Knoten, laufe aus aus dem sicheren Hafen.
Erfasse die Passatwinde mit deinen Segeln. Erforsche.
Träume.“

Mark Twain

Heute ist es soweit – in ca. 2 Stunden fährt Tina mit dem Taxi los, holt mich und meine 2 großen Koffer ab und wir fahren nach Steinwerder zum Cruise-Terminal um auf der Queen Mary 2 einzuchecken.
Kerstin kommt direkt aus Berlin mit dem Zug und fährt dann ebenfalls mit dem Taxi zum Terminal.

Das war eigentlich anders geplant, aber Kerstin hat sich eine dicke Erkältung eingefangen und wollte gestern Nacht noch zuhause bleiben. Ursprünglich wollte sie gestern schon zu mir kommen.

Gestern war bis jetzt der spannendste Tag unserer, noch nicht mal angetretenen, Reise: der Covid-Test stand uns allen bevor. Schon die ganze Woche waren wir nervös, testeten uns ständig, trugen überall Maske. Das war anstrengend, aber wir wollen ja unbedingt die Reise antreten. Und am Abend vorher hatten wir dann alle unseren Test mit Negativen Ergebnis in der Hand – Puh…

Unsere Eincheck-Zeit beginnt um 14:15 Uhr, so konnte ich heute morgen alles entspannt angehen. Auch mal ganz schön, nicht in der Nacht aufstehen zu müssen, um in Hektik zum Flughafen zu fahren.

Jetzt heißt es warten…

Tina hat mich mit dem Taxi abgeholt und wir haben meine 2 Koffer und mein Handgepäck eingeladen. Mit soviel Gepäck sind wir noch nie gereist. Aber auf dem Schiff wird abends festliche Kleidung erwartet. Und wir haben uns dafür mal alle Kleider und Geschmeide, die wir so hatten, zurecht gelegt und eingepackt.

Der Taxifahrer fuhr uns dann bei strahlendem Sonnenschein durch Hamburg und über die Köhlbrandbrücke (immerhin die zweitgrößte Strassenbrücke Deutschlands) in den Hafen. „Da ist sie“ Tina sah die Queen Mary 2 zuerst in Steinwerder am Terminal liegen. Und die Schlangen beim einchecken. Wir gaben unsere Koffer ab und warteten auf Kerstin die ja aus Berlin kam. Dabei gingen wir etwas um den Terminal herum, denn das Schiff haben wir tatsächlich immer noch nicht in Gänze gesehen. Der Terminal verdeckt es und wir konnten nur durch einen Zaun den Bug der Queen Mary 2 sehen.
Während wir da so standen, sprang Kerstin plötzlich vor uns – wir hatten zwar in jedes ankommende Taxi geguckt, sie aber gar nicht gesehen.

Wir stellten uns in die Schlange zum einchecken an. Ein junger Mann kontrolliert unsere Boarding Pässe und schickte uns zu einem anderen Eingang. Hier wurden wir als erstes nach unseren Covid Test gefragt und die Gesundheits-Fragen, die wir ja schon online auf der Cunard-Website beantwortet hatten, wurden nochmal abgefragt

Dann ging es in die eigentliche Schlange zum Check in.
Und wir warteten. Und gingen etwas vorwärts. Und warteten. Und es ging wieder etwas vorwärts… 2 Stunden dauerte es, bis wir endlich vor einem Check in Mitarbeiter standen. Dabei hatten wir ja schon alles im Internet ausgefüllt und elektronisch eingecheckt… aber, wie uns dann nach 2 Stunden warten, eine junge Dame sagte, hatten sie Probleme mit dem Internet.

Endlich ging es weiter und unsere Boarding-Pässe wurden mit den Angaben, die wir online auf der Cunard-Website (mit login auf die persönliche Reise) gemacht hatten und dem Esta-Antrag (es ging ja nach Amerika) verglichen. Warum man dafür das Internet brauchte, hat sich uns nicht erschlossen. Wir durften weiter durch die Handgepäck-Kontrolle, die wie auf einem Flughafen aufgebaut war. Anschließend gab es eine Passkontrolle durch den deutschen Grenzschutz. Und da durften wir ohne Kontrolle passieren (Deutscher Reisepass zahlte sich hier aus) und endlich ging es aufs Schiff.

Endlich auf dem Schiff…

Dann ging alles so schnell, das wir gar nicht richtig mitbekamen, das wir plötzlich im Schiff waren. Wir gingen die lange Gangway längs, bogen auf die kleine gläserne Brücke, zeigten unsere Boardingpässe und hatten auf einmal dicken Teppich unter den den Füßen. Wir wurden vom Empfangs-Personal freundlich begrüßt und gleich zu den richtigen Fahrstühlen geleitet. Das wir uns da schon in der berühmten „Grand Lobby“ vom Schiff befanden, haben ich gar nicht richtig wahrgenommen.

Wir fuhren auf Deck 12 und gingen links in die Gänge. Unsere Kabinen befanden sich etwas „versteckt“ im „odd“-Gang (die liegen etwas hinter einer Wand, an der man vorbeigehen kann). Unsere Koffer standen schon davor, unsere Zimmerkarten bzw. die Bordkarten, die auf dem Schiff gleichzeitig Kreditkarte, Schlüssel und „Schiffsausweis“ sind, steckten an der Zimmernummer in einem Briefumschlag. Kerstins Zimmer ist direkt neben unserem Zimmer.

Unser innenliegender „Stateroom„ hatte 2 Einzelbetten an den Seitenwänden, dazwischen war erstaunlich viel Platz, davor gab es noch einen kleinen Tisch und Sessel, ein Schreibtisch mit Stuhl und ein Fernseher der bereits mit dem Sicherheits-Video lief.
Am Eingangsflur entlang waren die Kleiderschränke, Schubladen und sehr viel Stauraum (und die Rettungswesten! ). Das Bad ist natürlich klein, aber alles da.

Wir suchten erstmal den versprochenen Sekt. Im Kühlschrank wurden wir fündig. Kerstin kam zu uns rüber, sie hatte ja alleine eine Kabine. Und dann stießen wir auf unsere Reise an. Unsere Reise, über den Atlantik nach Amerika mit einem Oceanliner, auf die wir fast 2 Jahre gewartet haben.

Nun ging es ans auspacken. Die vielen Kleider, die wir abends zu den Events tragen wollten, passten auf alle Bügel. Die Schubladen füllten sich mit Kleinkram.
Nebenbei sahen wir im Fernseher das Sicherheitsvideo. Wir sollten uns dann auch zügig an unserem Evakuierungs-Sammelpunkt treffen. Das wurde vom Bordpersonal kontrolliert. 
Unser Kabinen-Stewardt Albino klopfte bei uns an und stellte sich vor. Er würde noch bis Southampton für uns sorgen, dann fliegt er nach 9 Monaten Arbeit nach Hause auf die Philippinen. Und freute sich schon sehr drauf. Unser darauf folgender Steward war sehr nett, stellte sich uns aber nie direkt vor.

Und weil das Schiff ja um 19:00 Uhr auslaufen sollte, entschieden wir uns, heute das Dinner um 18:00 Uhr im Britannia zu Canceln und im Kings Court Buffet Restaurant etwas zu essen. Wir hatten im Vorfeld einen festen Dinner-Termin im Britannia-Restaurant angegeben und uns für den frühen Termin um 18 Uhr entschieden.

… und dann kam alles anders.

Auf dem Weg zum Büffet ließen wir unsere Bordkarten von einem Steward, an unserem besagten Sammelpunkte, für den Fall einer Evakuierung, scannen. So wollten sie überprüfen, das jeder Passagier auch die Sicherheitsvorkehrungen gesehen und verstanden hat.

Das „Kings Court“-Büffet-Restaurant hat viele Stationen mit tollen Gerichten mit Fisch, Fleisch, Gemüse, es gibt Desserts, Eis, Getränke, Salate, Käse und Brot. Für dieses Restaurant muss man sich nicht schick machen und viele nutzen es auch während der Überfahrt, wenn sie es legerer mögen.

Wir suchten uns etwas Gemüse, Fleisch, Brot und Käse – vor Aufregung hatten wir nicht wirklich großen Hunger. Obwohl wir den ganzen Tag wenig gegessen haben.

Und dann kam die Durchsage vom Kapitän Andrew Hall, das die Queen Mary heute nicht mehr aus Hamburg auslaufen kann. Ein anderes Schiff hatte Vorrang.
Das war für uns ein Hammer – denn nicht nur, das wir uns wirklich sehr darauf gefreut haben, die Elbe und Hamburg vom Wasser aus zusehen. Wir hatten auch Freunden und Familie Bescheid gesagt, die jetzt alle am Strand in Altona und Blankenese waren, um uns zuzuwinken und zu verabschieden.
Glücklicherweise hatten wir noch LTE-Netz auf den Handys, so konnten wir allen Bescheid sagen.

Der Hamburger Hafen bei Sonnenuntergang

Wir gingen etwas auf dem Schiff herum und landeten im Lions Pub. Wir fanden einen Platz in den schweren Ledersesseln, mit Blick auf den Hafen. Auf den Schreck mit dem verzögerten Start brauchten wir erstmal einen Cocktail.

2 Bloody Marys und einen Cosmopolitan später suchten wir eine neue Location auf. Auf „unserem“ Deck 12 ist auch der Poolraum, hier gingen wir raus an Deck.
Das Wetter war traumhaft, leichter Wind, Abendsonne, wir konnten den geschäftigen Hamburger Hafen aus nächster Nähe sehen. Etwas tiefer auf dem Pooldeck am Heck mit der Poolbar fanden wir einen Liegestuhl, auf dem wir zu dritt sitzen konnten. Tina holte an der Bar für uns noch einen Weißwein und wir saßen einfach da und genoßen den wunderbaren Sonnenuntergang über Hamburg.
Natürlich machten wir dabei jede Menge Fotos, von den großen Lastenkrähnen, den Flaggen, ein bisschen „Titanic“-Fotos a la Kate und Leonardo, kleine Filme von der Stadtansicht mit der Elb-Philharmonie und telefonierten nochmal mit der Familie am Strand.

Irgendwann wurde es aber kalt und dunkel und auch spät. Und wir gingen auf unsere Zimmer. Kerstin war ja noch erkältet und vor allem sehr früh aus Berlin losgefahren und ging ins Bett.
Tina und ich gingen doch nochmal durch das Schiff, weil wir etwas Hunger hatten. Jetzt legte sich der Streß der letzten Tage etwas. Aber das Kings Court war bereits geschlossen.
Wir fanden beim Bummeln noch das Aussendeck, den gläserneren Aussichts-Fahrstuhl, den Spa- und Wellness-Bereich. Im Lions Pub war viel los und die Stimmung gut. Aber jetzt waren wir auch müde und gingen aufs Zimmer.

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