Beiträge mit dem Schlagwort: Roadtrip

10. Tag 19.4. National Parks, der Santa Fe Trail und alte Städte

Tipp des Tages: Sich ein teures Hotel in der Stadt zu gönnen, war eine gute Entscheidung. Santa Fe ist auf jeden Fall einen Besuch wert.   

Strecke:  Las Vegas (NM) – Santa Fe
gefahrene Meilen: 76 m
Motel/Hotel: La Fonda Santa Fe 
Preis pro Nacht: 207 $ – Online-Reservierung

Las Vegas – Santa Fe

Die Nacht im Days Inn ging so, die Betten waren nicht der Hit. Als wir uns im Frühstücksraum vom Hotel unser Toast und Kaffee nehmen wollten, wurde der Raum von einer kompletten Softball Damenmannschaft im Teenager-Alter in Beschlag genommen. Zwischen den kichernden Mädchen kamen wir kaum an unseren Kaffee. Also wurde das Frühstück etwas abgekürzt.

Und wieder heißt es: Alles ins Auto packen

Indianische Geschichte im National Park

Nachdem wir alles ins Auto gepackt hatten, fuhren wir um 8:40 Uhr in Richtung Santa Fe bei strahlendem Sonnenschein und klarer Luft. Eine Stunde später waren wir bereits am ersten Höhepunkt, dem  „Pecos National Historical Park“  1 Meile vom Pecos River entfernt angekommen. 


Hier lebten im 14. Jahrhundert die Pecos-Indianer in ihren bis zu fünf Stockwerken hohen Pueblos. In diesem Dorf, das von einer Mauer umgeben war, wurde Handel mit den anderen Stämmen, aus den umliegenden Gebieten betrieben, z.B. den Apachen. 2.000 Menschen lebten hier. Ende des 15. Jahrhunderts kamen die Spanier und bauten mit Hilfe der Indianer zwei Missionskirchen. Von der zweiten stehen noch monumentale Mauerreste. 

Eine gute Stunde sind wir bei tollem Wetter durch die Ruinen gelaufen, haben den Informationsfilm gesehen und waren im Giftshop. Dann fuhren wir weiter…


Ein bisschen Luxus in Santa Fe


Dann ging es auf dem Santa Fe-Trail, der hier auch die Route 66 ist, weiter nach Santa Fe wo wir um 12 Uhr ankamen. Zuerst waren wir im Visitor Center und dann haben wir uns St. Miguel und das (vermeintliche) älteste Gebäude der USA angeguckt. Beides in der typischen Adobe-Bauweise mit Lehm gebaut.



Obwohl wir sehr früh in der Stadt waren, konnten wir schon ins Hotel „La Fonda“ einchecken. Das Hotel ist echt stilvoll, im spanischen Kolonialstil und jeden Dollar wert. Es liegt genau an der Plaza und man braucht sein Auto hier nicht. Unser Zimmer war nicht groß, aber sehr schön eingerichtet mit tollen Kacheln im Bad, Kunstobjekten an der Wand.

Das „La Fonda“ ist eines der ältesten Häuser um die Plaza. Früher eine verruchte Kneipe am Ende des Santa Fe Trail (Im Roman „Kalifornische Sinfonie“ wird das Haus in Santa Fe bereits beschrieben), heute ist es ein sehr gutes Hotel.
Und 2019 waren wir auf unserer Western-Tour wieder hier. Wie es dann war könnt ihr hier lesen…

Santa Fe (New Mexico) ist die Hauptstadt von New Mexico und eine der ältesten Städte der USA.

Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts wurde erkannt, wie wichtig die Bewahrung und Verschönerung des Stadtbilds für ihre Stadt ist. So wurde es zur Pflicht gemacht, dass jeder Neubau im traditionellen Pueblo-Baustil zu errichten ist (Adobe-Bauweise). Erhaltene Gebäude und Anlagen wurden geschützt und restauriert. Das Ergebnis ist ein Stadtbild, das mit keiner anderen Stadt dieser Grösse in den USA vergleichbar ist.


Langsam hatten wir Hunger und wir gingen zum Lunch ins Ore House. Das Restaurant steht an der Plaza und wir bekamen einen Platz auf dem Balkon. Man merkte, das wir in den Bergen waren, hier war es etwas kühler. Aber wir hatten einen tollen Blick auf die umliegenden Berge, auf denen man noch den Schnee erkennen konnte.
Nach einer starken Margarita, kann man allerdings nirgends mehr hinfahren. Holla, die Waldfee!  Wir bestellten „Blakend Chicken“, Salat und Guacamole. Hier gibt´s die Rezepte… Und dann brauchten wir erstmal eine Pause im Hotel…

Nach einer kurzen Siesta bummelten wir weiter durch die Stadt. In dieser Stadt nicht anzuhalten, wäre echt ein Frevel! Es gibt tolle Schmuckläden, schöne Giftshops und viele Galerien zum ansehen.


Ein Abend im ältesten Restaurant von Santa Fe


Hunger hatten wir noch lange nicht, aber was soll´s, wenn wir schon so schön wohnen, wollten wir auch noch mal schön essen. Im Hotel waren wir erst in der Bar um einen Aperitif zu trinken, dann gingen wir ins Restaurant. Hier sitzt man im überdachten Patio, im Kolonial-Spanischem-Stil. Das Restaurant ist der älteste Teil vom Hotel.

Ich hatte was mit großem grünen Chili, dreierlei Käse und einheimischen Bohnen. Tina hatte: Tamal de la Fonda, in Bananenblätter gedämpftes Enten-Confit, Ziegenkäse und karamellisierten Schalotten mit gerösteten Tomaten – beides sehr lecker. Leider reichte der Platz nicht mehr für eine am Tisch zubereitete Guacamole – das sah fantastisch aus, was der Kellner da am Nebentisch zusammen „mörserte“. Wir kamen dann auf unserer Reise 2019 nochmal in den Genuss dieser göttlichen Guacamole.

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5. Tag 14.4. Sunny Day´s – Jeder Ort hat etwas zu bieten

Tipp des Tages: Auf jeden Fall den Abstecher über die OLD ROUTE 66 (nach Joplin) nehmen und genug Zeit für das Coleman Theater einplanen. 

Strecke: Springfield (MI) – kurz vor Tulsa
gefahrene Meilen: 230 m
Motel/Hotel: LaQuinta Inn
Preis pro Nacht: ca 85 $

Springfield – Carthage – Miami – Tusla


Hurra, kein Regen mehr und die Sonne kommt raus. Und dann gab es auch noch ein ordentliches Frühstück mit Eiern, Toast, Cereals, Waffeln und Obst. Nur den Kaffee mussten wir wieder mal mit Nescafé etwas aufpeppen.

Beim Tanken stellten wir dann fest, das es sehr kalt war, Tina wäre beim Tanken fast erfroren, aber es wurde immer wärmer. Ein toller Tag – genau so hatten wir uns das vorgestellt. 

And the Story continued…


Wir kamen gut aus Springfield raus und fuhren bei schönster Sonne über Land – herrlich. Erster kleiner Stop in Halltown. Leider hatte der Andenkenladen zu, aber für ein paar Fotos bleiben wir ein Augenblick.


In Carthage (gesprochen: KA-sitch) haben wir dann geparkt und uns das wunderschöne „Jasper County Courthouse“ angesehen. Es gibt eine kleine Ausstellung über die Gründung der Stadt und zum tapferen Soldaten Jasper, der im Unabhängigkeitskrieg gekämpft hat. Im Ort sind wir dann noch in einen Antik-Shop und danach in ein Diner gegangen – hier verirren sich selten Touristen hin und so saßen nur ein paar alte Männer im Diner, die sich angeregt unterhielten, während wir auf unser Hähnchen-Sandwich warteten.


Anschließend sind wir in die Grand Street fahren, den hier stehen noch ein paar sehr alte, große Häuser.


Richtung Joplin fuhren wir durch Webb City. Und sahen uns im King Jack Park die Betenden Hände an. Eine Skulptur die über 10 m hoch ist.
Die Statue wurde vom lokalem Künstler J.E. Dawson zwischen 1972 and 1974 gebaut. Sie ist fast 10 m hoch und 100 t schwer. Auf der Plakate steht: „Hands in prayer. World in peace“.


Wo der Pixar Film „Cars“ entstanden ist


Dann mussten wir aufpassen um nicht die Abzweigung hinter Joplin zur „OLD ROUTE 66 NEXT“ zu verpassen um nach Galena zu kommen. Ein ganz altes Stück Mother Road Richtung Kansas. Wir hielten auf der Strasse an und machten reichlich Fotos – den hier passen Landschaft und Strasse, mit dem Wissen um die Geschichte perfekt zusammen.

Galena liegt bereits in Kansas und dort gibt es für Fans des Films „Cars“ (natürlich auch für Nichtfans) viel zu entdecken. Direkt an der Kreuzung, gegenüber verfallener Häuser steht eine schneeweiße Tankstelle, mit rotweißen Streifen schick renoviert. Davor alte Trucks und Autos, die die Pixar-Drehbuch-Autoren zur „Hauptfigur“ Tow Mater inspiriert. Nachdem wir reichlich Fotos gemacht haben, gingen wir in die Tankstelle…

„And I tought you never come in“, Melba, eine der 4 Women on the Routestand hinter dem Tresen und hatte uns schon gesehen und erwartet. Und dann zeigte Sie uns Fotoalben und erzählte, wie die Pixar-Leute hier waren um die richtigen Geschichten für ihren Film zu finden. Sie redet sehr sehr schnell und irgendwie war es sehr lustig und schön, sie so begeistert zu sehen.
Ein Stop der wirklich Spaß gemacht hat. Viele Gebäude in Galena finden sich in Cars wieder. 

Der nächste Höhepunkt: das Coleman Theater

Ehe wir uns versahen, waren wir auch schon in Miami. Wir parkten vor dem Coleman Theater und gingen hinein. Es war gerade eine Führung im Gange, der wir uns anschließend konnten – und so machten wir mit Mister Erwin eine Tour durch die Geschichte des berühmten Theaters.
1,5 Stunden waren wir mit ihm im Theater unterwegs, in dem schon so viele große Stars in 30er und 40ern aufgetreten sind. U.a. Marlene Dietrich, Cary Grant, Doris Day, Jerry Louis und viele mehr.

Da wir nach einer halben Stunde allein mit ihm unterwegs waren, haben wir auch viel über die Wahl gesprochen. Er sprach ein tolles deutliches Englisch, er war mal Lehrer. Wir durften uns auch in die Garderobe auf den Schminkplatz setzen, wo sich einst die großen Stars umgezogen haben und er spielte für uns auf der Wurlitzer Orgel. Dazu gab es eine Lichtshow, die damals bei der Eröffnung einmalig war. Beim großen Kronleuchter in der Mitte des Theaters konnte man die Lichtfarben wechseln, was tolle Effekte erzeugte. Auch hätten wir auf dem Steinway-Flügel spielen dürfen, wenn wir denn gekonnt hätten. 


Aber – der Weg ist das Ziel – wir fuhren weiter. In Foyil sollte noch ein ganz altes Stück Route zu sehen sein, aber das haben die Bewohner eiskalt übergeteert. Dort muss man nicht mehr ran fahren. Schade ! 



Wir sind dann fast noch bis Tulsa gefahren, hier gab es mehr Motels. Aber auch das war nicht so einfach und wir mussten etwas suchen, bis wir im La Quinta landeten. Morgen müssen wir erst mal wieder den richtigen Ansatz auf die Route finden und dürfen auch nicht die wichtigsten Highlights von Tulsa verpassen.

Tina hat dann „Charlie“, den Laptop, hochgefahren und am Bericht geschrieben und Fotos gespeichert, ich schrieb am Reisebericht in meinem Buch und nebenbei haben wir etwas gegessen und „Beverly Hills 90210“ gesehen.

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3. Tag 12.4. Heute beginnt das Abenteuer „Route 66“

Tipp des Tages: Sonntag Morgens war das raus fahren aus Chicago super einfach. Die Strecke nach St. Louis ist sonst kaum an einem Tag zu schaffen. 

Strecke: Chicago – St. Loius
gefahrene Meilen:  328
Motel/Hotel: St. Louis Union Station Mariott
Preis pro Nacht: 122 $ AAA-Rabatt

Chicago – Jolie – Wilmington – Springfield – St. Louis


Ja, die Klimaanlagen in Hotelzimmern – seit 4:00 Uhr sind wir wach. Zum ersten Frühstück gab es wieder Chips Ahoi Cookies und Nescafé im Bett. Dann packten wir unsere Sachen, gingen nochmal für einen Muffin und Café in das italienische Lavazza Café gegenüber, weil wir soviel Zeit hatten und bestellten anschließend ein Taxi.

Wir fuhren, nicht sehr weit, zur Autovermietung. Um 8:00 Uhr waren wir hier in der State Street/401 North State Street die ersten, die ihr Auto abholen konnten. Wir bekamen einen weinroten Ford Edge, den wir auf den Namen „Roter Baron“ tauften. Autos bekommen bei uns immer Namen, dann fahren sie besser 😉

Wir sortierten unsere „Bibeln“, das heißt unsere Reiseführer, die wir für die genaue Suche der Route 66 brauchten. Neben reichlich Kopien und Büchern, war das kleine gelbe Buch von Conrad Stein (Outdoor, Der Weg ist das Ziel USA: Route 66) ein unverzichtbarer Helfer auf der Suche nach dem richtigen Weg.

Und dann fuhren wir los….

„Da ist die erste Umleitung – ich brech zusammen“. Keinen Meter auf der Route 66 und schon das erste Umleitungsschild – aber, wir ignorierten es einfach und fuhren weiter. Gott sei Dank ist Sonntag und dann auch noch Ostern. So kommen wir zügig und ohne weitere Probleme an dem Schild „Beginn Route 66“ vorbei aus Chicago. An einem Wochentag mit Berufsverkehr ist es sicher nicht so einfach. 

Wir haben diesen Ostersonntag nicht mit Eiersuchen, sondern mit „Historic Route 66“-Schildern verbracht. Es gibt doch mehr davon, als wir gehofft haben, aber trotzdem fehlen an den entscheidenden Stellen immer welche. Einige Extrakilometer finden sich heute auf unserem Kilometerstand. Das kann aber auch an den ersten „DER-Tour“ (Umleitungen) gelegen haben.

Die erste Enttäuschung: Wir haben das Gefängnis in Joliet nicht gefunden. Wir sind beide davon ausgegangen, dass es genau an der Route liegt – denkste Puppe. So ein Mist – aber was soll es, nicht aufregen! Müssen wir wohl nochmal wiederkommen um das Gebäude, das in dem Film „Blues Brothers“ oder der TV-Serie „Prison Break“ eine Rolle spielten, anzusehen.

Frühstück „The American Way“

Nächster Stopp war dann der Gemini-Man in Wilmington. Dort haben wir auch ein tolles zweites Frühstück zu uns genommen. Das Launching Pad, ein Klassiker der Route 66, hatte zwar heute nicht auf, aber ein Diner davor, das „Wilmington House“, das wir dann auch gleich aufsuchten.

„Hey Hon, how your doing?“ Wenn man so begrüßt wird, kann es nur ein Diner in America sein. Wir bekamen einen Platz, um uns herum saßen Familien zum gemeinsamen Frühstück – perfekt. Und perfekt waren dann auch die Spiegeleier – es wurde genau abgefragt, wie wir sie gerne hätten: Sunny Side up, overeasy, mit Speck…Dazu gab´s Hash Browns, getoastetes Brot und heißen Kaffee aus einer Kanne, der stetig nachgeschenkt wurde.

Am Grab von Abraham Lincoln


Weiter ging es durch Dwight und Odell nach Springfield (IL). Natürlich mit Fotostops an den alten Tankstellen.

Ein kurzer Stopp am Grab Abraham Lincolns auf dem Oak Ridge Cemetery ist für uns ein MUSS. Wir waren schon einmal am Lincoln Memorial in Washington und auch in Gettysburg am Soldatenfriedhof, wo er seine berühmte Gettysburg Adress zur Einweihung des Friedhofs gehalten hat. Die Rede war nur 2,5 Minuten lang, sie gilt als rhetorisches Meisterwerk.


Der Hauptredner sprach 2 Stunden und keiner weiß mehr so genau, worüber er sprach. Lincolns Rede stellte das Demokratieverständnis der USA dar, so wie es auch heute noch von den US-Bürgern empfunden wird. 

Der Friedhof hatte wenigsten auf und wir wanderten etwas herum, aber leider war das Grab bzw. die Giftshops drumherum geschlossen, wie so vieles an diesem Ostersonntag. Das Wetterglück hatte uns mittlerweile auch verlassen und der Himmel war ziemlich grau. Hoffentlich fängt es nicht noch an zu regnen. 

Da der Frühling hier in der Gegend noch nicht soweit ist, fuhren wir an vielen tristen, grau-braunen Felder vorbei. Und die Interstate 55 führt mal links, mal rechts von „unserer“ Route 66 vorbei. Es gab dann noch eine Pipi-Pause in Litchfield beim Restaurant zum goldenen Dom (McDonald), dann fuhren wir weiter nach St. Louis.

Endlich in St. Louis


Verzweifelt versuchten wir so gegen 18 Uhr den Eingang nach St. Louis zu finden.  Unsere Stadt-Karten waren hinten im Auto, es fing an zu regnen und die Tankanzeige fing an zu leuchten. Noch nie haben wir eine so schlecht ausgeschilderte Stadt gesehen.
Aber irgendwann waren wir am Marriott-Hotel in der alten Union Station. Es ist ein riesiger Hotel- und Shopping-Komplex, der heute aber wie ausgestorben war. Ostern oder doch schon die Finanzkrise ? Wir ließen den Wagen parken, nicht eine Meter mochten wir mehr fahren. Morgen müssen wir erst mal tanken, bevor es weiter geht.

Wir haben uns den alten Bahnhof angesehen, waren in der großen Lobby, die heute der Hotel-Eingang ist und haben viel fotografiert. Ein kleines Museum über Züge und Reisen war auch dabei mit reichlich Ausstellungsstücken.

Den Abend haben wir wieder im Hard Rock Cafe beschlossen, dem letzten auf unser Reise. Im Hard Rock Café in LA waren wir 2002 schon. (Allerdings gibt es das Hard Rock Cafe hier in St. Louis wohl nicht mehr.) Das Essen ist einfach lecker dort. Der Gin Tonic war so stark, dass ich auch keinen Absacker mehr an der Bar brauchte – also ging es zügig aufs Zimmer zum schlafen. 

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1. Tag 10.4. 
Unser Flug nach Chicago

Tipp des Tages: Am ersten Tag gönnen wir uns immer ein Taxi zum Hotel – das ist entspannter als mit dem Gepäck in Bus und Bahn in einer fremden Stadt umherzufahren und das Hotel zu suchen.

Ankunft Chicago: 18:15 Uhr
Hotel: Inn of Chicago  
Preis pro Nacht: ca. 47 Euro pro Nase über HRS gebucht.
Wetter: A….kalt – 7 Grad bei Ankunft

„Boah, das war meine Walking-Strecke“. Ziemlich außer Atem kam Tina am Gate im Laufschritt an. „Ich hab mich einfach bei der First Class angestellt.“

Da ich in München wohne, musste ich nur mit dem Bus zum Flughafen fahren, durch sämtliche Kontrollen gehen und am Gate auf Tina warten. Ihr Flug aus Hamburg war – wie so oft bei Zubringer-Flügen – ziemlich knapp kalkuliert. Und mit der weiteren Pass- und Handgepäck-Kontrolle, weil es ja weiter in die USA ging, musste sie sich ziemlich beeilen.

Wir konnten dann auch schnell in den Flieger einsteigen und uns für die 9,5 Stunden Flug in unserem 2er-Sitz bequem machen.
Erst kam ein Snack und ein erster Cocktail – Gin Tonic für mich, Campari-Orange für Tina – dann das Essen. Wir entschieden uns beide für das Gulasch (ein Rezept dafür hier…) das auch ganz gut schmeckte. Und machten dazu weiter mit Rotwein… zum Nachtisch gab es noch einen Schoko-Osterhasen – schließlich war ja Karfreitag und Ostern stand vor der Tür.


Der Flug war anstrengend, aber es gab so viele Filme (Twilight, Buddenbrook und und und), dass wir die Zeit dann ganz gut überstanden haben. Die Einreise verlief wie immer, die üblichen Fragen, alle Fingerabdrücke und fertig. Anschließend holten wir unser Gepäck und fuhren mit dem Taxi ins Hotel „The Inn of Chicago“.

In Chicago angekommen

Und dann – war unsere Reservierung über das Hotelportal HRS leider nicht auffindbar – ist uns auch noch nicht passiert. Aber Sean, unser Front Desk Manager, war sehr hilfsbereit und da wir eine Kopie der Reservierung hatten, bekamen wir ein Zimmer zum HRS-Preis. 
Wir gingen noch in einen kleinen Supermarkt um die Ecke um ein paar Kekse, Chips und Wasser zu kaufen, dann gingen wir zurück ins Hotel. Wir wollten nicht mal mehr essen gehen, sondern nur noch ins Bett.

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7. Tag 16.4. Im mittleren Westen – Ölbohrtürme, Brücken und am Ende viel Regen

Tipp des Tages: Wenn ihr die Frontage oder Service Roads sucht – oft sind sie nicht gleich an der Interstate, sondern man muss etwas in den jeweiligen Ort fahren und dann abbiegen.

Strecke: Oklahoma City – kurz vor Amarillo
gefahrene Meilen: 167 m
Motel/Hotel: LaQuinta 
Preis pro Nacht: 59 $ – Coupon-Rabatt

Oklahoma City – Syrer – Shamrock – Groom -Amarillo

8:30 Uhr und wir „reiten“ beim blauem Himmel und Windstärke 8 vom Hof Richtung Oklahoma State Capitol. Gibt es sonst noch eine Behörde mit einem Ölbohrturm im Garten?

In Oklahoma-City

Wir parkten vor dem Gebäude und nach einem Sicherheitsckeck kam man auch rein. Ein wunderschönes Gebäude, mit einer hohen offenen Kuppel, mit vielen Gemälden und Stuck verziert. Den Indianer, der auf der Kuppel des Capitals steht, kann man unten in der Lobby sehen. Eine sehr beeindruckende Bronzestatue, deren Augen einen immer verfolgen. 
Das Capitol, ist wie so oft in den USA, dem Weissen Haus in Washington D.C. nachempfunden. Auf dem Gelände neben dem State Capitol befindet sich noch eine Ölpumpe aus dem Jahr 1928 als Zeichen dafür, dass in diesem Gebiet Öl zu finden war.

Wir fotografierten noch um das Gebäude herum. Der Wind war unglaublich stark. Ein Sturm ist im Anzug. Wir befinden uns zur Zeit im „Tornado-Belt“ und es ist auch die Zeit dafür. An den Interstate-Raststätten gibt es auch Tornado-Shelter. Wir behalten den Wetterbericht im Auge. 


Ein ganz wichtiger Stop war für uns noch das „Oklahoma City National Memorial„, das an den Bombenanschlag vom 19. April 1995 erinnert. Am Eingang die „Gates of Time“, die mit der Uhrzeit 9.01 stehen für die Zeitpunkt des Frieden, das andere trägt die Uhrzeit 9.03, der Zeitpunkt in dem der Frieden gebrochen wurde. 
Auf beiden Toren steht: „We come here to remember those who were killed, those who survived and those changed forever. May all who leave here know the impact of violence. May this memorial offer comfort, strength, peace, hope and serenity„.


Zwischen den beiden Toren ist ein Wasserlauf, an den Seiten Grünfläche mit dem “Field of Empty Chairs„. 9 Reihen von Stühlen, für jedes Stockwerk des Alfred P. Murrah Buildings, das zerstört wurde, eine Reihe. 169 Stühle, davon 19 kleine für die Kinder die sich zur Zeit des Anschlags im Kindergarten befanden. Eine sehr beeindruckende und zu Herzen gehende Gedenkstätte.
Auf der andern Seite steht der „Survivor Tree“. Der Baum hat den Bombenanschlag, ausgeführt von 3, vermutlich rechtsextremen, jungen Männern mit einem, mit Mineraldünger beladenen Lastwagen, unbeschadet überstanden.


„You’re doin‘ fine, Oklahoma!“


Wir fuhren wieder aus der Stadt raus und bekamen viel Gegend zu sehen. In El Reno haben wir das Hotel aus „Rainmen“ mit Tom Cruise leider nicht gesehen. Bei Geary haben wir kurz die ca. 120 m lange „Pony Truss Bridge“ bei Bridgeport mit den 38 Stahlbögen, die über den South Canadian River führt, fotografiert, bevor wir rübergefahren sind. Es ist die längste Brücke in Oklahoma und sie wurde 1933 fertiggestellt. In der Verfilmung von „Früchte des Zorns“ war die Brücke Hintergrund einer Schlüsselszene: der Großvater von Tom Joad stirbt hier.


In Clinton haben wir das Oklahoma Route 66 Museum angeguckt. Es gibt viele Route 66 Museen auf der gesamten Strecke, aber wir sind nur in ein paar hineingegangen. Dieses war sehr schön gemacht – eine kleine geschichtliche Zeitreise durch die Anfänge der Roadtrips. Und als wir aus dem Museum kamen, fing es an zu regnen und dann schüttete es wie aus Eimern. Der Himmel war schwarz! Das witzige ist, dass der Schreiber unseres Reiseführers fast an der gleichen Stelle das gleiche Wetter hatte.

Bei strömenden Regen und mit hektisch wischenden Scheibenwischern fuhren wir Richtung Texas.
Ein kurzer Stop bei einem McDonald für eine Pipi-Pause und einen Burger, dann fuhren wir weiter. Und heute haben wir uns auch nur 1 x verfahren….

In Sayre hat Tina, mit Schirm in der Hand, ein Bild von dem Gerichtsgebäude gemacht, während ich im Auto sitzen blieb. Das Gebäude erscheint für ein paar Sekunden im Film „Die Früchte des Zorns„. 

In Shamrock sind wir dann in Texas. Hier ist Tina auch nur rasch aus dem Auto gesprungen, um das legendäre Café-Restaurant „U-Drop Inn„, ein schönes Art Deco-Cafe aus dem Jahr 1936, zu fotografieren. Auch bei der alten Tankstelle in McLean hielten wir nicht lange und fuhren weiter Richtung Amarillo. Wirklich schade, bei dem grauen Himmel kommen die Gebäude so gut wie gar nicht zur Geltung. 

In Groom haben wir das große Kreuz und den schiefen Wasserturm gesehen und kurz fotografiert.
Dieser hohe Wasserturm steht nicht gerade und statt des Ortsnamen (in Ermangelung an Ortsschildern steht meistens der Name des Ortes drauf) der Name des Besitzers. Es ist das „Wahrzeichen“ von Groom, Texas.



Mehr Fotostops waren bei dem Regen nicht drin. Als wir auf der Interstate Richtung Amarillo fuhren, hat es sogar geblitzt und gewittert. In Amarillo haben wir wieder ein LaQuinta genommen. Diesmal mit Auto vor der Tür – wie es sich für Amerikanische Motels gehört. Tina hat den Laptop aufgeklappt und Fotos gesichert, ich habe Reisetagebuch geschrieben und dazu gab Chips und Bier.

Wir hätten auch mit einem kostenlosen Limo-Service zur „Big Texan Ranch“ fahren können, aber das Wetter war uns zu naß und wir waren auch geschafft – den Besuch heben wir uns für Morgen auf. In der Nacht wehte es tüchtig – es waren die Ausläufer eines Tornados die wir mitbekamen. Mit Blitz und Donner!

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6. Tag 15.04. Kirchen, Bahnhöfe, Scheune und Cafés

Tipp des Tages: Manchmal lohnt es sich auch die Kamera mit aufs Klo zu nehmen, wie z.B. im Jasper Courthouse oder heute in der Boston Church. 🙂 Sehr schickes Klo !

Strecke: Tulsa – Oklahoma City
gefahrene Meilen: 168 m
Motel/Hotel: Comfort Inn
Preis pro Nacht: 65 $ – Coupon-Rabatt

Tulsa – Arcadia Red Barn – Oklahoma City

In unserem Hotel gab es wieder ein reichhaltiges Frühstück. Auch hier konnte man sich Waffeln selber machen, es gab Cereals in allen Formen und Farben usw. . Wir können uns nicht erinnern, dass es vor ein paar Jahren so üppige Frühstücke in Motels gab. Auf eine unserer ersten Reisen durch den Süden der USA waren wir schon froh, wenn es Kaffee aus einer Thermoskanne und Donuts auf dem Counter der Rezeption vom Hotel gab.

Frühstück im Motel

Sightseeing in Tulsa


Nachdem wir wieder alles ins Auto gepackt haben, fuhren wir gegen 8.30 Uhr bei sonnigem Wetter los. Es ging nach Tulsa rein. Wir arbeiten übigens hauptsächlich mit zwei Reiseführern bzw. Routebeschreibungen. u.a. „Route 66: Der Weg ist das Ziel“. Der meint doch tatsächlich, dass es in Tulsa nicht viel zu sehen gäbe.
Unmöglich! Schließlich hat Tulsa nach New York City und Miami die drittgrößte Anzahl von Art-Déco-Gebäuden in den USA. Zum Beispiel die Boston Avenue United Methodist Church. Ein unglaubliches Gebäude, was man sich auf jeden Fall anschauen sollte. Von außen und von innen!
Wir haben auf dem Parkplatz vor der Kirche geparkt und sind hinein gegangen. Es war innen unglaublich, viele Art Deco Details an Türen, Fenstern, sogar das Exit-Zeichen, dazu viel Plüsch und das auch noch in Lila…

Anschließend suchten wir die dicke Eiche, die „Creek Councel Oak“ unter der 1836 die erste Stadtratssitzung stattfand, der ein Indianer vorsaß. Ich glaube, an der Stelle haben wir beschlossen, wenn wir mal viel Zeit und Geld haben, einen eigenen Reiseführer zu schreiben. Es sind über die einzelnen Sehenswürdigkeiten, die an oder abseits der Route 66 liegen, zu wenig Infos in den Büchern vorhanden. Kaum Stadtkarten, Hintergrundinfos und Beschreibungen usw.

Wir haben schon eine Menge selbst rausgesucht vor der Reise. Man will doch nicht nur die Route 66 abfahren, sondern auch gucken was links und rechts der Straße liegt. 
In der Stadt haben wir dann noch eine Stunde geparkt und waren u.a. Union Depot, also der Eisenbahn-Station, das jetzt die „Jazz Hall of Fame“ beherbergt. So viel war aber nicht los in der Stadt, es gab aber einen schönen Mix aus alten und neuen Gebäuden. Aus Tusla sind wir dann mehr mit unserer Intuition, als mit den Karten raus- und auf die Route 66 gefahren.


„Oklahoma, where the wind comes sweepin‘ down the plain…“


Auf dem Weg Richtung Oklahoma City haben wir oft angehalten, um ein paar Fotos auf stillgelegten Abschnitten der Route zu machen. Wir fuhren durch kleine Orte, vorbei an flachen Feldern und den ersten Ölpumpen auf dem Feld. Dazu sahen wir die Wolken am Himmel schnell ziehen. Es ist, wie der Songtexte aus dem Musical „Oklahoma“ richtig bemerkt, windig.

Nächster Stop in Arcadia an der „Round Barn“ von 1898.  U.a. kann man dort eine Bilder-Sammlung von runden Scheuen auf der ganzen Welt sehen. Deutschland hat auch noch zwei. 

Die berühmte rote runde Scheune „The Round Barn“ ist aus dem Jahr 1898. Sie ist rund, weil der Erbauer hoffte dass die runde Form größeren Schutz vor Schäden durch die Tornados bieten würde. In der Blütezeit der Route 66 war sie für die „Routies“ eine willkommene Einkehr, heute würde man „Disco“ dazu sagen.

Cowboys & Western

In Oklahoma City angekommen führte uns der erste Weg in das „National Cowboy & Western Heritage Museum„. Wir wollten unbedingt die riesengroße Plastik in der Einganghalle – ein Indianer auf einem Pferd „End of the Trail“ sehen. Gemeint ist der „Trail of Tears„, der die Indianer aus dem Osten in dieses Land zwangsübersiedelte und bei dem die meisten starben. Wir waren 1999 Cherokee, in den Blue Ridge Mountain (und auch nochmal 2011 – der Bericht dazu ist hier…) wo der Trail begann. Ein paar ältere Cowboys im Museum beantworteten Fragen, erklärten viel und fotografierten uns vor der Statue – was allerdings wegen des Gegenlichtes nicht funktionierte. Wir haben uns noch etwas im Museum umgesehen – es war sehr liebevoll gemacht.


Als wir aus dem Museum kamen, war es schon 17 Uhr und so haben wir beschlossen, auf der Interstate einmal halb um Downtown zu fahren, um etwas außerhalb in „Stockyards City“ im „Cattelmen’s Steakhouse“ zu essen. Das Restaurant gibt es seit 1910 und es liegt am Eingang des Vieh-Auktionsgelände für die Rinder-Auktionen.

Wir saßen in den schweren roten Lederbänken und hatten ein Dinner Steak, mit Kartoffeln mit Sour Creme und Salat vorneweg, alles war sehr gut. Es war die kleinste Steak-Variante auf der Karte und trotzdem für uns fast zuviel (Hier ein Steak-Rezept). Dazu gab es für Tina ein Bier, das extra für Cattelmen’s gebraut wird.

Am Nebentisch saßen zwei ältere Herren, die uns sofort ansprachen: „You want some Onion-Rings? We ordert to much, please….“
Hier kommt man wirklich schnell ins Gespräch. Die beiden fuhren nach Minnesota zu ihrer Tante die ihren 100sten Geburtstag feiert. Und Sie hatten zuviel „Onion Rings“ bestellt – also nahmen wir davon ein paar und unterhielten uns nett über die Trennwand hinweg.

Anschließend haben wir noch einen Blick in einen riesigen Westernstore gegenüber geworfen. Unglaublich, was die hier für Cowboystiefel und Hüte haben. Dann suchten wir ein Hotel, wieder auf der anderen Seite der Stadt in der Nähe der Route 66 und fuhren dahin. Und beschlossen den Tag im Hotel.

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9. Tag 18.4. Abstecher von der Route nach Roswell

Tipp des Tages: Für Scifi-Fans ist ein Abstecher nach Roswell ein MUSS, auf dem Weg dorthin, kann man noch das Grab von Billy the Kid in Fort Sumner mitnehmen

Strecke:  Santa Rosa  – Roswell – Las Vegas NM
gefahrene Meilen: 336
Motel/Hotel: Days Inn 
Preis pro Nacht: 66 $ – Coupon

Santa Rose – Fort Sumner – Roswell – Las Vegas


Beim Frühstück, das jetzt nicht so besonders war, haben wir uns ein bisschen mit einem weiteren Gast unterhalten. Ein junger Mann der hier zum tauchen unterwegs ist – im Blue Hole, einer neun Meter tiefen, natürlichen Quelle in dem man baden und tauchen kann. Er war schon in Deutschland. Und Österreich. Und Australien … für einen Amerikaner also weit gereist.

Um 8:10 Uhr sind wir über die I 84 Richtung Roswell aufgebrochen. Gestern hatte ich entdeckt, das fast auf dem Weg, das Grab von „Billy the Kid“ liegt. Der berühmte Outlaw hat hier in der Gegend sein Unwesen getrieben.
Also war unser erster Stop in Fort Sumner. Wir fuhren aber erst mal eine ganze Zeit geradeaus durch die Prärie, für diese Strecken hier ist der Tempomat erfunden worden. Ohne ihn würde einem der Fuß abfallen, oder man würde ständig viel zu schnell fahren. 

Im wilden Westen bei „Billy the Kid“


Das Grab von Billy the Kid ist hinter Gittern, sein Grabstein wurde schon mehrere Male geklaut. Wir waren auch noch in dem kleinen Museum, sehr viel war hier aber nicht zu sehen. Aber es gab ein paar Press Release-Fotos von den Dreharbeiten zu dem Western über „Billy the Kid“ mit Emilio Esteves „Young Guns“. 

Henry McCarty, auch William H. Bonney besser bekannt als „Billy the Kid„, ist als Revolverheld in die Geschichte des wilden Western eingegangen. Von seinen Feinden wurde Billy the Kid als Gesetzloser und Mörder bezeichnet, andere halten ihn für einen Kämpfer im Lincoln-Rinderkrieg. Angeblich hat er zwischen 9 und 21 Menschen ermordet, sicher überliefert sind vier Morde. Er wurde vom Sheriff Pat Garett erschossen.


Besuch bei den Aliens

Gegen 11:40 Uhr waren wir dann in Roswell. „Sheriff Valenti hätte das hier nicht alles alleine machen können, Roswell ist ganz schön groß“, bemerkte Tina auf dem Parkplatz.
Dabei wollten wir Roswell selber gar nicht ansehen – aber als Fans der TV-Show „Roswell“ und allgemein als Si-Fi-Fans stand das UFO-Museum auf unserer Wunsch-Liste. Für uns ein MUSS als Fans der Serie.

Das Museum war nicht sehr groß, es hingen viele Sammlungen von vermeintlichen „Ufo“-Fotos, aber auch ein paar Ausstellungsstücke in dem großen Raum, der eher wie eine Lagerhalle aussah. Hier in Roswell gab es angeblich einen Absturz eines Ufos… Natürlich war auch viel „Spökenkiekerei“ (norddeutsch für alle die an Übersinnliches, Verschwörungen und Geister glauben) dabei. Unsere Helden hingen auch als Poster da.

Etwa 24 Kilometer südwestlich der heutigen Stadt Roswell wurde 1865 von einer Gruppe von Pionieren die erste nichtindianische Siedlung gegründet. Ein Geschäftsmann aus Omaha, Nebraska erbaute 1869 zwei Lehmhäuser, die der Ursprung des heutigen Roswell waren. Die beiden Gebäude wurden als Gemischtwarenladen, als Postamt und als Schlafquartiere für zahlende Reisende genutzt. In den 1930er-Jahren arbeitete dort der US-amerikanische Wissenschaftler und Raketenpionier Robert Goddard. Im Sommer 1947 soll in der Nähe ein UFO abgestürzt sein. Anlässlich des sechzigsten Jahrestags des sogenannten Roswell-Zwischenfalls fand in der Stadt im Juli 2007 das Amazing Roswell UFO-Festival statt.

Wir haben dann noch in einem kleinen Café ein Sandwich (hier ein Rezept für ein „Alien-Sandwich“) gegessen und sind die Strasse etwas längs gebummelt. Überall waren die Geschäfte auf Ausserirdische ausgerichtet – die Stadt nutzt den Hype um den angeblichen Absturz reichlich, um Touristen anzuziehen.


Es geht nach Las Vegas, New Mexico

Um 13:40 Uhr sind wir wieder Richtung Santa Rosa losgefahren und waren gegen 15:40 Uhr wieder an der Interstate 40. Der Weg dahin führte durch die flache Prärie, aber man konnte am Horizont die Berge vom Pecos National Historie Park sehen. Wir sind auf US-84 – ab hier die alte Route 66 bis 1937 – Richtung Las Vegas, NM gefahren. Viele fahren diesen „Schlenker“ nicht – aber wir hatten Zeit und irgendwie gehörte die Strecke für uns dazu. Einfach gerade nach Albuquerque durchzufahren kommt für uns nicht in Frage. Die Reiseführer stellen meist beide Varianten vor. 


Während der Fahrt waren wir schwer am Überlegen, ob wir noch nach Santa Fe durchfahren. Las Vegas (NM) sollte aber auch einen Blick wert sein. Also sind wir doch noch kurz rein gefahren und haben uns um die Plaza in Downtown umgesehen. Hier stand das alte Plaza-Hotel und viele alte Gebäude, auf dem Platz in der Mitte waren Tafeln angebracht, die über die Geschichte und ihre Kriege der Stadt erzählten. Es war nicht besonders viel renoviert, hatte aber Charme.

Mittlerweile wurden hier viele Filme (Vampire, No Country for old Men, Paul – das Alien) und TV-Shows (u.a. Longmire) gedreht und es hat sich bestimmt einiges verändert.

New Mexico gehörte von 1821 bis 1846 zu Mexico. Die Stadt Las Vegas wurde im Jahr 1835 gegründet, nachdem die mexikanischen Regierung dort einer Gruppe von Siedlern Land zuteilte. Die Stadt wurde im traditionellen spanischen Kolonialstil um einen zentralen Hauptplatz herum angelegt. Als Zwischenstation auf dem Santa-Fe-Trail profitierte die Stadt von dem Handel. An der Plaza, auf die nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg die Zugehörigkeit von New Mexico zu Amerika ausgerufen wurde, liegt das berühmte Plaza Hotel.
In der Stadt haben wir kein Hotel gefunden, also sind wir auf die Interstate gefahren und sind in einem Days Inn gelandet.


Eine Nacht wollten wir auf jeden Fall in Santa Fe verbringen, also haben wir heute online ein sehr schönes (nicht ganz billiges) Hotel direkt an der Plaza in Santa Fe gebucht – das „La Fonda„. Und wir haben uns für Morgen, weil wir zeitlich gut liegen, noch den Pecos National Historical Park als Sightseeing Punkt vorgenommen. 

Morgen abend werden wir dann richtig schön Essen gehen und auch mal beide eine Margarita trinken, den es muss dann keiner mehr fahren. Schon deswegen ist ein Hotel in der Stadt besser, wenn auch teurer. Aber wir haben ja Urlaub !

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8. Tag 17.04. Heute geht es durch Texas nach New Mexico

Tipp des Tages: In Amarillo ist der Historic Route 66 District für Antiquitätenfans sehr zu empfehlen. Am Midpoint einen Stopp im Midpoint Cafe einplanen. 

Strecke: Amarillo – Santa Rosa
gefahrene Meilen: 191
Motel/Hotel: Best Western Adobe Inn  
Preis pro Nacht: 59 $ – Coupon-Rabatt

Amarillo – Cadillac Ranch – Mid Point – Tucumcari – Santa Rosa

Heute Nacht ist in Amarillo die Welt untergegangen. Mann, hat das geschüttet. Morgens war die Welt dann wieder in Ordnung. Nur noch riesige Wolkenmassen am Horizont ließen das nächtliche Gewitter erahnen. Sehr strange – der Schreiber unseres Vistapoint-Reiseführers hatte ein paar Meilen vorher das gleiche Erlebnis.

Wir haben tatsächlich etwas verschlafen, erst um 7:40 Uhr sind wir wach geworden. Aber wir lassen es einfach ruhiger angehen und sind zum Frühstück in das berühmte BIG TEXAN Steak Ranch gefahren.


(K)ein Steak zum Frühstück


Die Ranch wirbt mit einem kostenlosen 72 Oz. (über 2 kg) Steak. Es ist aber nur kostenlos, wenn man es inkl. Beilagen innerhalb einer Stunde (!) isst. „Many have tried. Many have failed„. Der Rekord liegt bei 8 Minuten – unvorstellbar.
Wir sind ein bisschen durch den Giftshop der Ranch gelaufen, dann haben wir gefrühstückt: Für uns gab es aber kein Steak – sondern Waffeln, Obst, Rührei und Speck. Hier ein Waffelrezept und ein Rührei & Speck-Rezept. Die Atmosphäre ist klasse und man sollte dort unbedingt einkehren! Das nächste Mal dann am Abend.


Dann haben wir noch einen Shoppingbummel durch die Antiquitätengeschäfte im Historic Route 66-District (Amarillo, 6th Ave between Georgia & Western) gemacht. Die Ecke wird kaum im Reiseführer erwähnt, aber der Stop hat sich gelohnt. Wir hätten noch stundenlang durch die Geschäfte bummeln können. 
Einen weiteren Stop mussten wir noch in einem Supermarkt machen, wir brauchten wieder Wasser und frisches Obst. Hier in Texas waren die Dosen, Reis- und Mehlpackungen gleich viel größer – unglaublich, was für Mengen an Lebensmitteln hier lagerten.

Kunst am Wegesrand – die Cadillac-Ranch

Es ging wieder raus aus Amarillo und zur Cadillac-Ranch, die einfach zu finden war. Man konnte sie schon von weitem sehen. Wir haben am Rand des Feldes geparkt und sind zu den in den Boden eingelassen Cadillacs gegangen.
Der Wind war unglaublich. Wir mussten das Stativ mit unseren Rucksäcken als Gewichte behängen, sonst wäre es umgeweht worden. Ein Kamerateam war auch gerade da und hat gefilmt. Um die Cadillacs herum war alles voller Regenwasser, aber trotz des starken Regens ging es mit dem Schlamm. Die Schuhe mussten wir aber trotzdem wechseln, bevor wir weiterfuhren.

Die „Mitte“ der Route 66

Um 13:37 Uhr waren wir dann am Midpoint (1.139 Meilen) angelangt. Hier war es überall sehr einfach auf der Route 66 zu bleiben, es gab genug Hinweis-Schilder. Wir hatten allerdings sage und schreibe 245 Meilen mehr auf dem Tacho. Wir werden wohl nicht bei den Pfadfindern aufgenommen werden. :-).

Im Midpoint Café haben wir einen Burger gegessen, für die berühmten „Ugly Crusted Pies“, die man hier bekommt, hatten wir leider keinen Platz mehr.


Halbzeit! Das vermutlich am Meisten fotografierte Schild an der Route 66 befindet sich in Adrian, gegenüber dem „Midpoint Café“. Das Café ist seit 1928 bekannt für seine „ugly crusted pies“.

Kleiner Fotostopp in Glenrio, einer Geisterstadt mit nur noch einem bewohnten Haus, wo uns drei junge Hunde nicht mehr weg lassen wollten und dann ging es schon Richtung Santa Rosa, wo wir übernachten wollten.

Durch Glenrio führte über Jahrzehnte die Route 66. Einige Szenen des Films „Früchte des Zorns“ von 1940 wurden hier in Glenrio gedreht.
Hier an der alten Route 66 war der Standort eines weithin bekannten Motels mit dem Werbeschild „First Motel in Texas“ auf der westlichen und „Last Motel in Texas“ auf der östlichen Seite. Skurril: Auf der texanischen Seite des Dorfes gab es keine Bars, da im County kein Alkohol ausgeschenkt wurde – und auf der New Mexico-Seite keine Tankstelle wegen der in diesem Staat höheren Benzinsteuer.


In New Mexico

Dann fuhren wir nach New Mexiko rein und haben eine Stunde geschenkt bekommen. Die Landschaft hat sich mittlerweile grandios verändert – es sah genau so aus, wie wir uns das immer vorgestellt hatten. Wir kamen von der flachen weiten Prärie und jetzt tauchten die ersten Hügel auf und in der Ferne konnten wir die Berge erkennen. Fehlen nur noch die Büffel und die Indianer.


In Tucumcari haben wir natürlich angehalten und die vielen Motels und Schilder fotografiert. So richtig sieht man sie natürlich erst, wenn es dunkel wird. Aber wir wollten weiter.

Tucumcari ist der erste größere Ort nach der Grenze in New Mexico. Der Ort bekam seinen Namen nach dem „Tucumcari Mountain“, ein Tafelberg, der sich im Südosten der Stadt befindet. Dieser Berg war auch die Vorlage für den „Radiator Spring Mountain“ in dem Zeichentrickfilm „Cars“.

In Santa Rosa sind wir in ein Best Western gezogen. Heute war Waschtag angesagt. Dafür braucht man immer etwas Zeit und viele Quarter. Mit den Quartern (25 Cent-Stücke) muss man die Maschinen „füttern“, die Wäsche wird meistens kalt gewaschen. Trockner standen daneben und dann hieß es Wäsche sortieren. Die erste Woche ist um – kaum zu glauben. Morgen geht es nach Roswell, einmal nicht ständig die Route suchen. 🙂

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4. Tag 13.04. Rain Day´s – Regen, Motels und eine spannende Umleitung

Tipp des Tages: Genauere Karten helfen, um „richtig“ aus St. Louis rauszufinden. Wir haben jetzt eine gekauft: „Historic Route 66“ – Made in USA

Strecke: St. Louis – Springfield (MI)
gefahrene Meilen: 280 m
Hotel: Lamplighter Inn
Preis pro Nacht: 76 $

St. Louis – Cuba – Lebanon – Springfield

Frühstück im Marriott sah für uns so aus: Bagels mit Cream Cheese aus einen Shop um die Ecke, Kaffee aus einer putzigen kleinen Kaffeemaschine, wobei wir unsere, in Chicago gekaufte, „Obama“-Tasse eingeweiht haben und zum lesen gabs die US-Today.  Extra zum Frühstücken wollten wir nicht gehen, das dauerte uns zu lange und so kamen wir auch rechtzeitig los.

Eine kleine Runde durch St. Louis

Erste Amtshandlung nachdem uns das Auto vorgefahren wurde – tanken !! Die Anzeige blinkte schon länger. Dann fuhren wir zum Gateway Arch, der leider bei dem grauen Wetter mit feinem Niesel-Regen kaum zur Geltung kam. „Da steht er, der Bogen – hätte schön sein können mit Sonne“.
Wir machten nur von unten ein paar Fotos und dann fuhren wir gleich weiter.  

Der Gateway Arch ist ein 630 Fuß großes Denkmal in St. Louis, Missouri, USA. Es ist mit Edelstahl verkleidet und in Form eines gewichteten Oberleitungsbogens gebaut.

St. Louis ist an der Route 66 eine der größten Städte. Ursprünglich fuhr man über die Old Chain of Rocks Bridge in die Stadt. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Gateway Arch, der auch über eine Aussichtsplattform verfügt. Von hier aus kann man den Verlauf des Mississippi, das südliche Illinois mit den indianischen Erdhügeln und natürlich einen Teil Missouris sehen. An guten Tagen beträgt die Sicht von diesem größten Bogen der Welt knapp 50 Kilometer.Der Franzose Pierre Laclède Liegest gründete hier 1763 mit seinem Stiefsohn einen Handelsposten. Als Stadt wurde St. Louis am 15. Februar 1764 eingetragen. Nach dem Französisch-Indianischen Krieg kam St. Louis unter spanische Kontrolle, wurde jedoch, zusammen mit dem Rest von Louisiana später an Frankreich zurückgegeben. Die Vereinigten Staaten erwarben die Stadt im Jahre 1803 unter Präsident (Thomas Jefferson). Saint Louis war Ausgangspunkt vieler Expeditionen in den Westen, u.a. startete von hier die berühmte Lewis-und-Clark-Expedition gen Westen.

Wir hatten keinen Ehrgeiz St. Louis über die Route 66 zu verlassen, von der war eh in der Stadt nicht viel übrig. Aber überhaupt rauszukommen war nicht ganz einfach. So haben wir noch eine kleine Stadtrundfahrt gemacht. Die Stadt muss im Sommer wirklich toll sein. Irgendwann fanden wir dann die Auffahrt auf die Interstate.

Wichtig: Wir kaufen Proviant ein

Was wir noch gar nicht gemacht haben? Lebensmittel einkaufen! Also sind wir in Eureka wieder runter von der Interstate um dort erst mal in den ersten riesigen Supermarkt das Nötigste einzukaufen. Diese Supermärkte – einfach ein Traum ! Wir ließen uns etwas Zeit und kauften für die nächsten Tage Brot, Cream Cheese, Käse, Obst und Tomaten, natürlich Wasser, Bier und M&M´s, unsere bevorzugte Süßigkeit auf Roadtrips – die kann man nämlich prima in Bechern im Becherhalter zwischen den Sitzen stellen.


Eine Extra-Runde in Cuba

Auf dem Weg Richtung Cuba haben wir uns dann richtig verfahren. Ob die anderen Route 66-Fahrer die ihre Berichte online gestellt haben, sich nie verfahren haben oder haben sie das unter den Tisch fallen lassen. Wir sind jedenfalls heute richtig einmal im Kreis gefahren und wissen nicht wie uns das passieren konnte.


Aber egal – es war eine wunderschöne Strecke, bis auf den Regen, der uns nicht wirklich fotografieren ließ. Endlich waren wir in Cuba und haben im strömenden Regen das „Wagon Wheel Motel“ fotografiert. Das historische Wagon Wheel Motel mit Tankstelle und Cafe soll das älteste Motel auf der Route 66 sein und seine Leuchtreklame ist ein beliebtes Fotomotiv.

Das Wagon Wheel Motel, Café und Bahnhof in Kuba, Missouri, ist ein unabhängiges, historisches Motel das seit 1938 von Betrieb ist. Das Hotel wurde 1936 als Café eröffnet.
In Rolla haben wir uns etwas verfahren und sind mit ein bisschen Schummeln über die Interstate aber wieder auf „unsere“ Route 66 gekommen.

In Fanning gibt es den größten Schaukelstuhl der Welt zu sehen und einen sehr netten Generalstore (Beides später geschlossen – akuteller Stand nicht bekannt). Während wir uns im Store ein bisschen umgeschaut haben (und auf Toilette waren), sprach uns der Mann hinter dem Tresen und fragte natürlich wo wie her kommen… Als unsere Antwort: „From Germany“ lautete, stellte er uns gleich einen anderen jungen Mann, der gerade im Laden war, vor. „He´s from Germany, too“

Wir haben uns dann etwas unterhalten, Markus lebte schon lange in den USA, hat in Hollywood als Schauspieler gearbeitet und ist jetzt unterwegs in den USA, um einen Film über positiv eingestellte Amerikaner nach der Wahl zu machen. Sehr spannend. Einen Tipp für LA hatte er dann auch noch… Das Restaurant von Harrison´s Ford Sohn, Ben Ford in Culver City „Ford´s Filling Station“ (Stand 2021: Das Restaurant gibt es dort leider nicht mehr, wohl aber neuerdings am Flughafen LAX). Mal sehen ob wir es schaffen dort hinzugehen – wir haben uns die Adresse auf jeden Fall aufgeschrieben.

Dann ging es zum Devils Elbow – einer der ältesten Abschnitte der Route 66. Leider immer noch bei Regen – so machten wir nur schnell ein paar Foto und fuhren weiter.

In den ersten Jahren der Route 66 war Devil’s Elbow bekannt für seine Camps und Resorts. Das idyllische Tal lud zum Verweilen ein und der Fluss wurde gerne für Kanu-Fahrten genutzt.


Ein bisschen „Camel Trophy Tour“


Bei Waynesville sind wir dann in einen Megastau gekommen, auf der Interstate ging nichts mehr und auf der Route daneben auch nicht. Während wir da so standen, sahen wir, wie einige Locals auf den Standstreifen in eine Seitenstrasse abfuhren.


„Und? Fahren wir Ihnen hinterher?“ „Was solls – irgendwo werden wir wohl rauskommen“
Also folgten wir den Locals erst durch einen kleinen Ort und plötzlich waren wir mitten auf einer Gravel-Road durch den Wald. Aber umdrehen war jetzt unmöglich, also fuhren wir über die regennassen, teilweise etwas überfluteten Straßen (so sieht unser Auto jetzt auch aus) einfach hinterher.
„Vom Gefühl her, also die Richtung ist nicht schlecht…“.

Bis ich endlich sah, das die Autos vor uns auf eine Strasse einbogen. Und was sollen wir sagen – wir landeten doch tatsächlich auf der Route 66 !
Wir fanden uns großartig und haben so unsere Extra-Ehrenrunde am Morgen wieder wett gemacht! 


Bis nach Lebanon haben wir uns dann doch noch 1-2 mal etwas verfahren – Route 66 Schilder sind hier Mangelware. In Lebanon haben wir noch schnell das „Munger Moos Motel“ , ein Motel aus alten Route 66-Tagen fotografiert und haben dann in der Nähe von Springfield (MO) Quartier im Motel „Lamplighter Inn & Suites“ inksl. Frühstück bezogen. 

Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben und die Reiseberichte geschrieben haben, sind wir noch an die Bar gegangen. Der Desk Manager meinte nämlich beim Einchecken, das die Dame, die heute die Bar bedient, aus Deutschland kommt und sich sicher über Landsleute freuen würde.

Also gingen wir dorthin und waren nicht mal alleine. Zwei Männer saßen am Tresen und tranken ihr Feierabend Bier. Wir haben uns sehr nett mit Regina unterhalten. Sie kam aus Heidelberg und lebte schon über 30 Jahre in den USA. Sie freute sich mal wieder deutsch zu sprechen. Die beiden Herrn fanden das auch alles sehr spannend und so unterhielten wir uns alle über die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland – und da gibt es ja einiges.

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55. Tag – Radtour durch Venice

Montag 21.10.
Air B&B Sherman Oaks

Diese Woche sollte es sehr heiß werden in Los Angeles. Ich habe mich heute morgen deshalb entschlossen, den Tag am Wasser zu verbringen und bin zum Strand nach Santa Monica gefahren. Vorher bin ich aber zur Wäscherei gefahren – den ich musste noch schnell Wäsche in der Laundry waschen. In der morgendlichen Rushhour wollte ich eh nicht losfahren. Nachdem ich die Wäsche zurück ins Apartement gebracht hatte, fuhr ich durch die Hollywood Hills zum Strand.

ein letztes Mal waschen in einer Laundry


Radfahren am Strand

In Santa Monica habe ich wieder in dem Parkhaus gepackt. Das erschien mir am sichersten. Dann habe ich mir ein Fahrrad und einen Helm bei einem kleinen Verleiher in einer Seitenstrasse gemietet (ich unterstütze wenn es geht, lieber kleine Geschäfte). Der Radverleiher hat mir noch den Weg zum Strand erklärt: Ich musste erst ein bisschen auf der Straße fahren (deshalb der Fahrradhelm), vorbei am Santa Monica Pier und dann runter an den Strand.

Ich bin auf dem sehr gut ausgebauten Fahrradweg am Strand von Santa Monica bis nach Venice gefahren. Das Wetter war sonnig, leicht windig und richtig schön. Hinter mir konnte man in den Bergen ein Feuer sehen. Es wurde durch Wind und trocknen Gestrüpp entfacht. Aber die Feuerwehr hatte es bereits unter Kontrolle. Zur Zeit gibt es es hier viele Feuer rund um Los Angeles in den Bergen.

In Venice bin ich in den Ort gefahren und über die erste Brücke. Hier fließen mehrere Kanäle durch den Ort. Die Häuser sind eine Mischung aus modern und typisch italienisch (oder was die Amerikaner dafür halten).
Ich fuhr die Straßen bis zur Marina, einem Bootshafen am Ende von Venice, der Venice von Marina del Rey trennt. Ich hatte mir mein übriges Sandwich von gestern (aus Mels Dinner) wieder als „Doggybag“ mitgeben lassen und hab mich hier in die Sonne gesetzt und etwas Pause gemacht.
Man konnte die großen Flugzeuge vom LA international Airport starten und landen sehen. Die Fluggäste hatten bei den schönen Wetter bestimmt einen tollen Ausblick auf den Strand.

Dann ging es zurück nach Santa Monica immer am Strand entlang. In Venice am Strandweg habe ich kurz gestoppt und das Fahrrad abgestellt. Ich habe meinen Helm und das Rad abgeschlossen und bin bummeln gegangen. Hier gibt es viele kleine Geschäfte, Stände mit Schmuck und Gemälden. Aber mich hat nix wirklich überzeugt – und so hab ich mir nichts gekauft.

Am Strand standen Betonwände die einige Künstler mit Graffiti bemalten – da hab ich eine Zeitlang zugesehen. Dann bin ich zum Skateboard-Parcours gefahren. Ich habe die Skateboarder eine ganze Weile beobachtet. Da waren ein paar sehr wagemutige dabei, vor allem Kinder, die sehr geschickt über den Parcours fuhren. Alles in allem kann man hier viel entdecken und sehen – aber es ist schon sehr auf die Touristen ausgelegt.

Der Skatepark am Venice Beach Boardwalk und zieht zahlreiche neugierige Zuschauer an. Der Park wurde 2009 direkt im Sand an einen der bekanntesten Strand von Kalifornien gebaut. Er ist knapp 1.500 Quadratmetern groß und verfügt über einen Old-School-Snakerun sowie über ein Street-Areal mit Rampen, Rails, Boxen und Treppen.

Entspannter Abend

Zurück in Santa Monica habe ich das Fahrrad zurückgebracht. Kurz bevor ich beim Radverleiher war, ging an meinem Handy ein schriller Alarm los – ich war echt erschrocken. Es stellte sich heraus, dadurch, das ich Google Maps benutzt hatte, bekam ich automatisch die Meldungen und Warnungen der Feuerwehr von LA auf mein Handy – spannend.
Nachdem ich das Rad abgegeben hatte, bin ich noch hier ein bisschen bummeln gegangen und habe noch getankt, bevor ich zurückgefahren bin.

Da einige Straßen durch die Feuer gesperrt waren, war es auf allen Straßen sehr voll und ich fuhr ziemlich lange. Ich bin zu „meinen“ Whole Food Markt in Sherman Oaks gefahren und habe ein paar Lebensmittel eingekauft. Dann ging es nach Hause, aufs Sofa mit einem Glas Weißwein.

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