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15. Tag 24.4. Wir treffen „Mr. Route 66“ und werden zu einer Motorrad-Tour eingeladen

Tipp des Tages: Wer hat, sollte ein paar Visitenkarten oder Sticker seiner Heimatstadt mitnehmen – bei vielen bekannten Route 66-Stores kann man sich so in Gästebüchern oder auch an Wänden, Decken und Fenstern „verewigen“.

Strecke: Flagstaff – Kingman
gefahrene Meilen: 160 m
Motel/Hotel: Travelodge
Preis pro Nacht: 72 $ (Wochenende ist teurer)

Flagstaff – Williams – Seligmann – Kingman

Heute lag mit die schönste Strecke vor uns, die wir teilweise schon bei unserer Kalifornia-Reise 2002 gefahren sind. Wahrscheinlich waren wir deshalb so früh unterwegs – Abfahrt 8 Uhr. Auf den Weg nach Williams gibt es noch ein paar ganz alte Teilstücke der Route 66 – sie führt durch einen Wald, an „Open Range“-Ranches vorbei auf einer Schotterstrasse. Wir hielten an einer ganz alten Tankstelle, auf eine Koppel dahinter standen Esel und Langhorn-Rinder.

Auf einem der schönsten Route 66 Abschnitte

Um 9:00 Uhr waren wir schon in Williams. Wir parkten und gingen erstmal in ein Cafe. Es war draussen sonnig, aber ziemlich frisch und wir mussten uns etwas aufwärmen. Anschließend gingen wir noch ein bisschen bummeln. Vieles was wir heute sahen, hat zum Glück die Jahre überdauert, wie wir bei unserem Besuch 2019 sehen konnten – hier ist der Bericht dazu.



Die Strecke weiter nach Seligman, den wohl berühmteste kleine Ort an der Route 66, fuhren wir bei strahlendem Sonnenschein. Ein wirklich schöner Streckenabschnitt, der leider viel zu schnell vorbeigeht. In Seligmann gingen wir natürlich gleich zum Barber-Shop von Angel Delgadillo. Ihm ist es zu verdanken, dass der Abschnitt zwischen Seligman und Kingman offiziell als „Historic Route 66“ bezeichnet wird. Er ist eigentlich in jedem TV-Bericht über die Route 66 zu sehen.

Und was passierte, als wir den Laden betraten? Da stand Angel Delgadillo persönlich und begrüßte uns mit einem breiten Lachen: „Welcome home“

Moment mal – hatte unser Reiseführer Vista Point nicht geschrieben, dass er nicht mehr lebt? Wie wir dann recherchierten, war sein Bruder, der das „Snow Cap Drive Inn“ führte, gestorben. Im Buch stand auch, das er ein schweigsamer Mann sei – was wir so nicht bestätigen können.
Den, nachdem die Busladung Japaner (Tagens-Touristen aus Las Vegas) endlich den Laden verlassen hatten und abgefahren sind, sprachen wir ihn nochmal an und er erzählte uns von all den Deutschen, die schon hier waren. „I meet beautiful Sabine Sauer (Moderatorin beim Bayrischen Rundfunk) and Wulfgäng… (Wolfgang Fiereck, Schauspieler und Motorradfahrer)„.
Er war sehr begeistert dabei und klebte meine Visitenkarte in seinen Ordner January 2009 „And this stays here forever and ever“ waren seine Worte – und 2019 haben wir sie tatsächlich wieder im Ordner gefunden, wie ihr hier im Bericht nachlesen könnt.

Er war so rührend und gesprächig. Einfach toll, wir waren ganz hingerissen. Als wir das Geschäft dann nach vielen Fotos (ungern) verließen, verabschiedete er uns: „Enjoy your life, enjoy every day!“

Im Copper Cart Restaurant haben wir uns dann einen Santa-Fe-Chicken Burger mit Pommes geteilt, dabei grinsten wir immer noch im Kreis. Und konnten nicht glauben, was wir gerade erlebt haben. Wirklich ein toller Start in den Tag. Aber es ging ja noch weiter.

Zwischen all den Biker

In Hackberry darf man auf keinen Fall am „General Store“ vorbei fahren. Einfach ein genialer Laden mit einer tollen Deko rundherum. Im Hinterhof gibt es reichlich alten Autowracks zu bestaunen und eine alte Werkstatt.

Heute waren besonders viele Motorräder unterwegs, schon in Seligmann haben wir viele Gruppen gesehen. Als wir dann in Kingman angekommen sind, haben wir mal gefragt, ob irgendetwas Besonderes los ist. Und es ist was los:  Das „Laughlin River Run“ – West Coast’s Largest Motorcycle Event On The Banks Of The Colorado River.

Wir suchten uns in Kingman ein Motel, obwohl es eigentlich noch recht früh am Tag war. Aber wir mussten nochmal Wäsche waschen, wir mussten unsere Bilder auf den Computer speichern und wollten die Koffer etwas aufräumen, bevor es nach Las Vegas ging.


Als wir im Motel unsere Taschen auspackten, standen neben uns ein paar Biker an ihren großen Maschinen und fragten uns „Where are your bikes?“
Wir zeigten aufs Auto und darauf kam allen Ernstes die Frage: „You wanna ride with us?“ – „Ähm… „No, Thank you – but, No…“

Freundlich mussten wir ablehnen – auch wenn die Jungs es kaum glauben konnten, das wir ein so großzügiges Angebot ausschlugen…
Nachdem Wäsche waschen und sortieren, war ich noch etwas schwimmen und hab etwas in der Sonne gelegen – es wird tatsächlich immer wärmer, je weiter wir nach Los Angeles kamen. Auch wenn es in der Nacht noch oft empfindlich kalt ist.

Und Morgen verlassen wir die Route 66 mal wieder und es geht über die 93 nach Viva Las Vegas!.

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43. Tag – Anfang und Ende: Es geht nach Las Vegas


Mittwoch 9.10.
Hotel: Paris, Paris in Las Vegas


In Flagstaff wurde es gestern Nacht ganz schön frisch. Morgens waren es nur 7 Grad! Da wir heute nach Las Vegas wollten, standen wir rechtzeitig auf, den wir hatten noch einen langen Weg vor uns.

Das Frühstück gab es in einem netten Café vor dem Motel. Allerdings war nur die Einrichtung nett, das Frühstück eher einfach und normal.

Das letze Mal auf die Route 66

Dann ging es in Flagstaff gleich auf die Route 66. Und das übliche suchen des richtigen Strassenverlaufs, Einfahrten, Umleitungen begann…

Wir fuhren kleine Stücke auf der Interstate, auf „Landstraßen“, die ursprünglich mal die Route 66 waren, und sogar auf alte, möglicherweise original erhaltene Straßen der Route … ein Stück war sogar gar nicht asphaltiert, sondern Schotterstraße durch den Wald.
Wir hatten schönes Wetter und hielten ab und zu an um zu fotografieren.

In Williams haben wir kurz gehalten und sind durch den Ort gebummelt. Auch hier ist einiges sehr Touri-Mäßig geworden. Aber die alten Werbeschilder und Tankstellen haben wir trotzdem wieder gefunden. Es war immer noch recht kühl, trozdem waren hier – in der Nähe zum Grand Canyon – viele Leute unterwegs.


Danach ging es weiter, auf der Route 66 durch die Pärie bis nach Seligman.

Mr. Route 66 in Seligmann

Hier in Seligmann hat damals der „Hype” um die Straße, die von Chicago bis nach Los Angeles führte, angefangen. Der Frisör DeAngelo war einer der ersten, die die Vereinigung der Route 66 mitbegründet hat.

Auf unser Route 66-Reise vor 10 Jahren kamen wir in sein Geschäft und er begrüßte uns freudestrahlend. Und er klebte meine Visitenkarte in einen Ordner.
Heute suchten Tina und ich die Karte – und fanden sie auch! “And this stays here forever and ever” hatte DeAngelo gesagt. Und bis jetzt recht behalten. Er selber kommt nur noch sehr selten ins Geschäft.
Zum dem damaligen Bericht geht es hier…

Wir haben gegenüber in einem Dinner noch was gegessen. Und weil es etwas wärmer geworden war, saßen wir draußen vor dem Dinner – wobei uns beinahe die Pommes vom Teller flogen. Es herrschen hier gerade starke heiße Winde, die über die Prärie fegen. Überall kann man den Sand wirbeln sehen und das Lenkrad vom Auto muss man ziemlich festhalten.

Wir fuhren weiter nach Hackberry. Dieser „Ort“ besteht nur noch aus der Tankstelle. Die aber nicht mehr benutzt werden kann. Dafür sammelte der Besitzer alle möglichen Dinge der Route 66. Und alles was mit alten Autos zu tun hat.

Als wir ankamen spielte jemand (war es ein übrig gebliebener Hippi?) vor der Tankstelle auf der E-Gitarre. Ziemlich laut und nicht wirklich schön. Es war relativ gut besucht, den hierher kommen auch viele Besucher aus Las Vegas als Tagesauflug um etwas von dem Charme der Route 66 mitzubekommen.

Hackberry wurde benannt nach einem Baum, am Eingang der Eisenmine, die hier bewirtschaftet wurde. Als die Bahn, als Umschlagplatz dazu kam, wurde daraus ein richtiger kleiner Ort mit Supermarkt und Hotels. 1919 schloss die Mine. Der Ort erwachte erst wieder, als die die Route 66, die hier längs führte gebaut wurde. Aber auch das hielt nicht lange.
Wir blieben nicht lange, es war heiß und windig und wir mussten ja noch nach Las Vegas.


Nach Kingman fuhren wir in Richtung Las Vegas und damit nicht mehr auf der Route 66. Es war der langweiligste Teil unserer Strecke – rechts und links Wüste, ab und zu mal Autowerkstätten, Schrottplätze und Wohnsiedlungen aus 5 Häusern…Bis wir in Las Vegas über die neue Brücke beim Hoover Dam fuhren.

Über die Mike O’Callaghan – Pat Tillman Memorial Bridge

Vor 10 Jahren war die Brücke noch im Bau. Jetzt fuhr man einfach drüber… sie haben die Seitenwände so hoch gezogen das man während der Fahrt nicht die Höhe den Brücke sehen konnte. Besser ist das, den wir haben vor 10 Jahren gesehen, wie unglaublich hoch die Brücke ist…

Die Brücke auf dem Highway 93 ist 580 m lang und 270 m hoch. Die Brücke war bei ihrer Fertigstellung eine der längsten und höchsten Betonbogenbrücken und die die zweithöchste Brücke Amerikas


Es geht nach Paris…

Als wir nach Las Vegas reinfuhren, wurde es immer voller auf der Strasse. Und wir mussten noch tanken, bevor wir das Auto abgeben mussten. Aber dank Google Map fanden wir eine Tankstelle gleich nach einer Abfahrt der Interstate. Nach dem „Schlenker“ über die Tankstelle ging es zurück auf die Interstate und am Flughafen vorbei zu unsem Hotel „Paris“.

Das Auto abgeben verlief nicht ganz ohne Problem – die Autorückgabe, auf der Rückseite des Hotels, hatte kein Personal mehr – man musste zum Hotel-Counter gehen. Da wir aber das ganze Gepäck hatten, ging erst mal Tina zum Hotel-Eingang. Sie gab den Autoschlüssel ab und wollte unsere Zimmerschlüssel holen, denn wir hatten schon online in das “ Paris” (das Hotel mit dem Eiffelturm) eingecheckt. Es stellte sich aber heraus, das der Schlüssel-Automat das ü im Nachnamen nicht lesen konnte – also mussten wir uns nochmal mit all den anderen Gästen am Check Inn-Schalter anstellen…
Irgendwie haben wir dann alles regeln können und unser Gepäck auf die Zimmer geschleppt. Dauerte nur länger…

Wir sind im 15. Stock mit Aussicht auf den Strip und den Eiffelturm, gegenüber das Bellagio-Hotel – so genial! (Ob uns der Nachtclub unten stört, berichten wir morgen). Die letzten beiden Male hatten wir im Hotel „Luxor“ gewohnt. Diesmal hatten wir uns für dieses Themen-Hotel entschieden, es liegt etwas „mittiger“ auf dem „Strip“. Und für Kerstin war es das erste mal Las Vegas – da wollten wir schon in ein Themen-Hotel übernachten.

Im „Paris“-Hotel gibt es viele Restaurants, eine Ladenpassage, die an Straßenzüge erinnert ein Kongresszentrum das an den Versailler Spiegelsaal angelehnt ist. Davor steht eine 164,6 Meter hohe Kopie des Eiffelturms. Ursprünglich sollte die Eiffelturm-Kopie in Originalgröße errichtet werden, musste aber aufgrund der Nähe zum Flughafen verkleinert werden.



Am Abend auf Strip

Nachdem wir uns etwas frisch gemacht und uns etwas eingerichtet hatten, gingen wir einfach mal drauf los…Start im Bellagio-Hotel, das lag ja gleich gegenüber. Im Hotel gibt es immer außergewöhnliche Dekorationen – diesmal eine grandiose Blumendeko als indische Thema. Alleine in der Decke eines Elefanten sind 20.000 Blumen eingearbeitet! Wir bummelten durch die Ausstellung und machten Fotos.

Anschließend haben wir einen Cocktail in der Baccarat-Bar getrunken. Und uns dann die Wasserspiele vor dem Bellagio angesehen. Etwas essen wollten wir auch – es wurden großartige Sushi in unserem Hotel Paris… Dann bummelten wir noch etwas durch unser französisches Hotel und schauten uns um, bevor wir aufs Zimmer gingen und ins Bett fielen…

Kategorien: Amerika 2019, Reisen | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Als wir Mr. Route 66 trafen

P1020348Wir fuhren aus Flagstaff ziemlich früh los und fuhren zur Abwechslung mal  durch bewaldetes Gebiet bei strahlendem Sonnenschein… Ein Kaffee in Williams – von hier fährt man zum Grand Caynon.

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Get your kicks on Route 66
Und weiter ging es nach Seligman. Hier hatte Angel Delgadillo einen Friseursalon, sein Bruder verkaufte Eis. Als in den 70zigern der Highway gebaut wurde und alle Geschäfte an der alten Route 66 langsam wegen der fehlenden Kunden eingingen, gründet er 1987 mit weiteren 14 Geschäftsleuten die Historische Route 66 Association.24.4.T.3
24.4.T.2
Und wir hatten Glück – als wir den Shop betraten (und den ganzen Bus Japaner den Raum verließen) konnten wir Angel Delgadillo sprechen. Er freute sich riesig, klebte meine Karte in sein Route 66 Album (da muss sie immer noch sein – wir fahren wieder hin um nachzusehen), erzählte uns, das er Sabine Sauer und Wolfgang Fiereck aus Deutschland kannte – es war herrlich.

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Ganz beseelt gingen wir danach Essen…

Es gab Chicken-Burger – und weil die Portion so groß war (wie so häufig) – haben wir sie uns geteilt.

Weiter ging es nach Hackberry – auch hier hat der Besitzer an der alten Tankstelle alles gesammelt was mit Autos, Highways und der Route 66 zu tun hatte. Ein wahres Sammelsurium …

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Und dann kam unser nächster Abstecher von der Route 66 – wir fuhren nach Las Vegas…

… davon mehr im nächsten Teil

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