4. Tag 13.04. Rain Day´s – Regen, Motels und eine spannende Umleitung

Tipp des Tages: Genauere Karten helfen, um „richtig“ aus St. Louis rauszufinden. Wir haben jetzt eine gekauft: „Historic Route 66“ – Made in USA

Strecke: St. Louis – Springfield (MI)
gefahrene Meilen: 280 m
Hotel: Lamplighter Inn
Preis pro Nacht: 76 $

St. Louis – Cuba – Lebanon – Springfield

Frühstück im Marriott sah für uns so aus: Bagels mit Cream Cheese aus einen Shop um die Ecke, Kaffee aus einer putzigen kleinen Kaffeemaschine, wobei wir unsere, in Chicago gekaufte, „Obama“-Tasse eingeweiht haben und zum lesen gabs die US-Today.  Extra zum Frühstücken wollten wir nicht gehen, das dauerte uns zu lange und so kamen wir auch rechtzeitig los.

Eine kleine Runde durch St. Louis

Erste Amtshandlung nachdem uns das Auto vorgefahren wurde – tanken !! Die Anzeige blinkte schon länger. Dann fuhren wir zum Gateway Arch, der leider bei dem grauen Wetter mit feinem Niesel-Regen kaum zur Geltung kam. „Da steht er, der Bogen – hätte schön sein können mit Sonne“.
Wir machten nur von unten ein paar Fotos und dann fuhren wir gleich weiter.  

Der Gateway Arch ist ein 630 Fuß großes Denkmal in St. Louis, Missouri, USA. Es ist mit Edelstahl verkleidet und in Form eines gewichteten Oberleitungsbogens gebaut.

St. Louis ist an der Route 66 eine der größten Städte. Ursprünglich fuhr man über die Old Chain of Rocks Bridge in die Stadt. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Gateway Arch, der auch über eine Aussichtsplattform verfügt. Von hier aus kann man den Verlauf des Mississippi, das südliche Illinois mit den indianischen Erdhügeln und natürlich einen Teil Missouris sehen. An guten Tagen beträgt die Sicht von diesem größten Bogen der Welt knapp 50 Kilometer.Der Franzose Pierre Laclède Liegest gründete hier 1763 mit seinem Stiefsohn einen Handelsposten. Als Stadt wurde St. Louis am 15. Februar 1764 eingetragen. Nach dem Französisch-Indianischen Krieg kam St. Louis unter spanische Kontrolle, wurde jedoch, zusammen mit dem Rest von Louisiana später an Frankreich zurückgegeben. Die Vereinigten Staaten erwarben die Stadt im Jahre 1803 unter Präsident (Thomas Jefferson). Saint Louis war Ausgangspunkt vieler Expeditionen in den Westen, u.a. startete von hier die berühmte Lewis-und-Clark-Expedition gen Westen.

Wir hatten keinen Ehrgeiz St. Louis über die Route 66 zu verlassen, von der war eh in der Stadt nicht viel übrig. Aber überhaupt rauszukommen war nicht ganz einfach. So haben wir noch eine kleine Stadtrundfahrt gemacht. Die Stadt muss im Sommer wirklich toll sein. Irgendwann fanden wir dann die Auffahrt auf die Interstate.

Wichtig: Wir kaufen Proviant ein

Was wir noch gar nicht gemacht haben? Lebensmittel einkaufen! Also sind wir in Eureka wieder runter von der Interstate um dort erst mal in den ersten riesigen Supermarkt das Nötigste einzukaufen. Diese Supermärkte – einfach ein Traum ! Wir ließen uns etwas Zeit und kauften für die nächsten Tage Brot, Cream Cheese, Käse, Obst und Tomaten, natürlich Wasser, Bier und M&M´s, unsere bevorzugte Süßigkeit auf Roadtrips – die kann man nämlich prima in Bechern im Becherhalter zwischen den Sitzen stellen.


Eine Extra-Runde in Cuba

Auf dem Weg Richtung Cuba haben wir uns dann richtig verfahren. Ob die anderen Route 66-Fahrer die ihre Berichte online gestellt haben, sich nie verfahren haben oder haben sie das unter den Tisch fallen lassen. Wir sind jedenfalls heute richtig einmal im Kreis gefahren und wissen nicht wie uns das passieren konnte.


Aber egal – es war eine wunderschöne Strecke, bis auf den Regen, der uns nicht wirklich fotografieren ließ. Endlich waren wir in Cuba und haben im strömenden Regen das „Wagon Wheel Motel“ fotografiert. Das historische Wagon Wheel Motel mit Tankstelle und Cafe soll das älteste Motel auf der Route 66 sein und seine Leuchtreklame ist ein beliebtes Fotomotiv.

Das Wagon Wheel Motel, Café und Bahnhof in Kuba, Missouri, ist ein unabhängiges, historisches Motel das seit 1938 von Betrieb ist. Das Hotel wurde 1936 als Café eröffnet.
In Rolla haben wir uns etwas verfahren und sind mit ein bisschen Schummeln über die Interstate aber wieder auf „unsere“ Route 66 gekommen.

In Fanning gibt es den größten Schaukelstuhl der Welt zu sehen und einen sehr netten Generalstore (Beides später geschlossen – akuteller Stand nicht bekannt). Während wir uns im Store ein bisschen umgeschaut haben (und auf Toilette waren), sprach uns der Mann hinter dem Tresen und fragte natürlich wo wie her kommen… Als unsere Antwort: „From Germany“ lautete, stellte er uns gleich einen anderen jungen Mann, der gerade im Laden war, vor. „He´s from Germany, too“

Wir haben uns dann etwas unterhalten, Markus lebte schon lange in den USA, hat in Hollywood als Schauspieler gearbeitet und ist jetzt unterwegs in den USA, um einen Film über positiv eingestellte Amerikaner nach der Wahl zu machen. Sehr spannend. Einen Tipp für LA hatte er dann auch noch… Das Restaurant von Harrison´s Ford Sohn, Ben Ford in Culver City „Ford´s Filling Station“ (Stand 2021: Das Restaurant gibt es dort leider nicht mehr, wohl aber neuerdings am Flughafen LAX). Mal sehen ob wir es schaffen dort hinzugehen – wir haben uns die Adresse auf jeden Fall aufgeschrieben.

Dann ging es zum Devils Elbow – einer der ältesten Abschnitte der Route 66. Leider immer noch bei Regen – so machten wir nur schnell ein paar Foto und fuhren weiter.

In den ersten Jahren der Route 66 war Devil’s Elbow bekannt für seine Camps und Resorts. Das idyllische Tal lud zum Verweilen ein und der Fluss wurde gerne für Kanu-Fahrten genutzt.


Ein bisschen „Camel Trophy Tour“


Bei Waynesville sind wir dann in einen Megastau gekommen, auf der Interstate ging nichts mehr und auf der Route daneben auch nicht. Während wir da so standen, sahen wir, wie einige Locals auf den Standstreifen in eine Seitenstrasse abfuhren.


„Und? Fahren wir Ihnen hinterher?“ „Was solls – irgendwo werden wir wohl rauskommen“
Also folgten wir den Locals erst durch einen kleinen Ort und plötzlich waren wir mitten auf einer Gravel-Road durch den Wald. Aber umdrehen war jetzt unmöglich, also fuhren wir über die regennassen, teilweise etwas überfluteten Straßen (so sieht unser Auto jetzt auch aus) einfach hinterher.
„Vom Gefühl her, also die Richtung ist nicht schlecht…“.

Bis ich endlich sah, das die Autos vor uns auf eine Strasse einbogen. Und was sollen wir sagen – wir landeten doch tatsächlich auf der Route 66 !
Wir fanden uns großartig und haben so unsere Extra-Ehrenrunde am Morgen wieder wett gemacht! 


Bis nach Lebanon haben wir uns dann doch noch 1-2 mal etwas verfahren – Route 66 Schilder sind hier Mangelware. In Lebanon haben wir noch schnell das „Munger Moos Motel“ , ein Motel aus alten Route 66-Tagen fotografiert und haben dann in der Nähe von Springfield (MO) Quartier im Motel „Lamplighter Inn & Suites“ inksl. Frühstück bezogen. 

Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben und die Reiseberichte geschrieben haben, sind wir noch an die Bar gegangen. Der Desk Manager meinte nämlich beim Einchecken, das die Dame, die heute die Bar bedient, aus Deutschland kommt und sich sicher über Landsleute freuen würde.

Also gingen wir dorthin und waren nicht mal alleine. Zwei Männer saßen am Tresen und tranken ihr Feierabend Bier. Wir haben uns sehr nett mit Regina unterhalten. Sie kam aus Heidelberg und lebte schon über 30 Jahre in den USA. Sie freute sich mal wieder deutsch zu sprechen. Die beiden Herrn fanden das auch alles sehr spannend und so unterhielten wir uns alle über die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland – und da gibt es ja einiges.

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